Natalie Rothenbächer: Interview, Zusammenarbeit, Freundschaft

Natalie Rothenbächer und SPORTHEILBRONN – das ist eine ganz spezielle Geschichte. Alles begann mit einem ganz normalen Interview. Am 18. September 2018 haben wir uns mit der damals 17-jährigen Rollkunstläuferin des REV Heilbronn getroffen, um sie in Ausgabe 10 vorzustellen. Ein paar Monate später kreuzten sich unsere Wege beim Fest des Sports in der Kreissparkasse erneut. „Ich überlege, Journalismus zu studieren. Könnte ich dir vielleicht mal beim Magazin über die Schulter schauen?“, fragte sie damals. Und natürlich, sie konnte nicht nur zuschauen, sondern auch aktiv mitarbeiten. Geschichten über die Eltern der Heilbronner Leistungssportler, über Kickboxerin Aylina Engel, die Turner Antonia Alicke und Milan Hosseini und Bob-Anschieberin Katharina Mähring – Natalies Magazinbeiträge hinterließen einen solchen Eindruck, dass wir ihr sogar ein duales Studium in der Redaktion angeboten hatten. Doch Natalie wählte den für sie und ihre künstlerische Ader einzig richtigen Weg: Sie studierte im Erststudium Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften, ehe sie nach Berlin zog, um dort Schauspielregie zu studieren – jedoch nicht, ohne immer wieder Gastbeiträge für SPORTHEILBRONN zu verfassen. Auch zur letzten Ausgabe ließ es sich die 25-Jährige nicht nehmen, nochmal selbst zur virtuellen Feder zu greifen. Einleitung: Ralf Scherlinzky / Text: Natalie Rothenbächer

Autor: Natalie Rothenbaecher

1. Februar 2026

Liebes sportheilbronn-Team, vor allem lieber Ralf,

auch ich möchte ein paar Worte über die letzten gemeinsamen Jahre verlieren. Schließlich – wie mir beim Rekapitulieren aufgefallen ist – begleitete euer Magazin den aufregendsten Teil meines sportlichen Weges, angefangen mit einem Interview anlässlich meiner ersten WM-Teilnahme 2018 bis zum Ende meiner Aktiven-Laufbahn 2024.

Ralf, du besuchtest mich beim Training auf der Rollschuhbahn (Foto rechts) und wir hatten ein erstaunlich entspanntes Gespräch, bei dem man fast vergessen konnte, dass es sich dabei um ein Interview gehandelt hat. Interesse an Sport, so dachte ich mir, scheint sich wohl nicht auf einzelne Ereignisse und Ergebnisse zu beschränken. Auch und gerade die Geschichten dahinter sind es, die ihren Raum brauchen und diesen bei euch im Magazin bekommen. An diesem Punkt war der Grundstein für unsere Zusammenarbeit gelegt.

Zwar hatte ich als 17-jährige Oberstufenschülerin noch keine konkrete Idee, wohin mich mein Interesse an Geschichten führen würde. Doch erstmal in Zusammenarbeit mit euch die journalistische Perspektive kennenzulernen, war ein wichtiger erster Schritt für mich. Als ersten eigenen Beitrag schrieb ich über „Stille Helden des Sports“, über die Eltern verschiedener Heilbronner Spitzensportler*innen.

Es folgten viele unterschiedliche Beiträge, mal aus der Außenperspektive über andere Sportakteur*innen, mal als Sportlerin über das eigene Erlebte, mal war ich Teil eines Events wie zum Beispiel beim Rollschuh-Schlittschuh-Tausch mit der Shorttrackerin Enni Wielsch – übrigens eines meiner persönlichen Highlights, bei dem der wertvolle Austausch unter Sportler*innen mal ganz physisch real wurde.

2024 machte ich im Sportheilbronn-Magazin das Ende meiner Karriere offiziell, um meiner Leidenschaft für das Geschichten-Erzählen auf eine andere Art und Weise im Schauspielregie-Studium nachzugehen.

Endet nun eine Geschichte, oder fängt eine neue an,…beides? Irgendwo dazwischen ist jedenfalls ein guter Zeitpunkt für ein DANKE.

Als zeitweises Redaktionsmitglied danke ich euch für die schöne Zusammenarbeit und die Möglichkeit, sich als junge Person auszuprobieren.

Als Angehörige einer Randsportart möchte ich euch ganz herzlich für euer ehrliches und umfängliches Interesse am Sport und seinen Akteur*innen danken. Die Plattform, die ihr uns mit unseren Geschichten gegeben habt, ist eine besondere Form der Anerkennung, die ich als bestärkend und unterstützend erlebt habe.

Die Plattform existierte aber längst nicht nur auf dem Papier, da ihr uns Sportakteur*innen durch zahlreiche Events und Aktionen zum ersten “Und wie ist es bei dir?” verholfen habt. Daraus entwickelte sich nicht selten Solidarität über Grenzen der eigenen Bubble hinweg und die Möglichkeit des Voneinander-Lernens.

Die Arbeit, die ihr in die Heilbronner Sportlandschaft gesteckt habt, wird definitiv neue Geschichten schreiben, da bin ich mir sicher!

Eure Natalie

Bilder von Natalies „Schuhtausch“ mit Shorttrack Speedskaterin Enni Wielsch:

Fotos: Achim Gehrig