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	<description>Das regionale Sportmagazin für Heilbronn</description>
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		<title>Mark Kuhlmann: Rugby-Bundestrainer aus Böckingen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2024 13:34:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 34]]></category>
		<category><![CDATA[Rugby]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Mark Kuhlmann ist ein großer Name im deutschen Rugby. Der gebürtige Hannoveraner, aktueller Bundestrainer der 15er-Rugby-Nationalmannschaft, hat eine lange Karriere im Sport hinter sich. Als Spieler mit den zweitmeisten Einsätzen (48 Spiele) in der Nationalmannschaft führte er sein Team jahrelang als Kapitän aufs Feld. Der 55-Jährige spielte in seiner aktiven Karriere für den DRC Hannover, mit dem er sieben deutsche Meisterschaften und drei nationale Pokale gewann. Schon seit über 15 Jahren wohnt der Rugby-Enthusiast in Heilbronn-Böckingen, von 2012 bis 2019 coachte er die Sport-Union Neckarsulm. Nach 33 SPORTHEILBRONN-Ausgaben ist es nun wirklich allerhöchste Zeit, dass wir uns mal ausführlich mit dem Wahl-Heilbronner und seinem Sport beschäftigen. </strong></em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Ich bin 2008 hierher gezogen und habe erstmal gewaltig mit der Kultur gefremdelt“, grinst der gebürtige Hannoveraner. Besonders die Sprache und die Unterschiede in der Mentalität haben sich sofort bemerkbar gemacht. „Das mit dem schwäbischen Dialekt habe ich auch heute noch nicht richtig drauf, und auch mit Spätzle bekleckere ich mich noch regelmäßig“, lacht er. „Kleinigkeiten wie z.B. die Kehrwoche oder das Rausstellen der Mülleimer hatte ich vorher nicht gekannt. Das macht man in anderen Bundesländern durchaus anders“. Die größten Startschwierigkeiten hatte der 55-Jährige anfangs jedoch mit dem Humor: „Wenn man sich hier in einen Besen setzt und sich mit Leuten unterhält, muss man schon aufpassen, was man sagt. Mit Dingen, die in Hannover witzig sind, kann man hier schon mal anecken. Da musste ich am Anfang gewaltig aufpassen, wie und wann ich was sage. Meine Frau, die aus Heilbronn stammt, hatte damals ordentlich Arbeit mit mir.“</p>
<p>Inzwischen hat sich der Niedersachse jedoch schon lange eingelebt, zumal der Rugby-Bundesstützpunkt in gut erreichbarer Nähe ist. „Das Rugby hat sich immer mehr in den Süden verlagert und unser Stützpunkt ist in Heidelberg“, weiß Kuhlmann. „Früher war Hannover die Rugby-Stadt in Deutschland. Jahrzehntelang ging die Deutsche Meisterschaft nur über die Teams aus Hannover. Inzwischen hat sich der Sport ein bisschen mehr ausgebreitet, befindet sich aber immer noch am äußersten Rand der Randsportarten“.</p>
<p>Mark Kuhlmann, der zu seinen aktiven Zeiten in Hannover kaum unerkannt auf die Straße gehen konnte, möchte dies ändern. Der Bundestrainer will das Rugby in Deutschland populärer machen und mit seinem Team auch international den Anschluss an die Spitze finden: „Es ist wichtig für uns und unsere weitere Entwicklung, dass unsere Sportart auch in Deutschland Präsenz bekommt.“</p>
<p>Die Sportart hat dabei durchaus Potenzial: Im Jahr 2023 war die Rugby-WM das meistbesuchte Sportevent des Jahres und mit fast einer Milliarde TV-Zuschauer eine der größten Veranstaltungen der Welt. Auch in Deutschland wurden über 15 Millionen Stunden Rugby geschaut – eine Rekordzahl! Und auch die Spiele der deutschen Rugby-Nationalmannschaft hatten in diesem Jahr einen hohen Marktanteil und waren zum Teil populärer als NBA- oder NFL-Übertragungen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Das Potenzial ist riesig, wenn man sich die Zuschauerzahlen anschaut. In Deutschland ist leider alles außer Fußball Randsportart, weshalb vielen anderen Sportarten nicht mal die Chance gegeben wird, sich zu zeigen“, schüttelt Mark Kuhlmann den Kopf. „Wenn wir dann aber Frankreich anschauen, ein Land das genauso fußballverrückt ist, hat Rugby dort dennoch einen ganz anderen Stellenwert. Im Süden Frankreichs ist der Sport sogar die Nummer Eins.“</p>
<p>Deutschland kann sich natürlich nicht mit Frankreich, dem aktuellen Olympiasieger und einem Schwergewicht in der Rugbyszene, vergleichen. Dennoch ist das Konzept in Frankreich durchaus eines, an dem man sich in Deutschland orientieren kann, wie der ehemalige Nationalspieler weiß: „Rugby ist in Frankreich tief in der Historie verankert und hat natürlich eine lange Tradition. Trotzdem haben sie den Sport professionell von unten nach oben hochgezogen. Es gibt Proficlubs, die früh den Fokus auf eine gute Jugendarbeit legen, und auch an Schulen wird Rugby gespielt. Das überträgt sich früher oder später auf den Erwachsenenbereich und die Nationalmannschaft.“</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Ausbreitung des Sports innerhalb Deutschlands, auch durch TV-Übertragungen, hat für den Bundestrainer also höchste Priorität. Besonders hebt er auch die Notwendigkeit eines Großevents in Deutschland hervor: „Die Randsportarten brauchen immer einen besonderen Anlass oder einen alles überstrahlenden Athleten, um in die Öffentlichkeit zu kommen. Im Rugby fehlt so etwas. Wenn wir jetzt nach Frankreich schauen, wo gerade die Olympischen Spiele stattgefunden haben, stellt man einen immensen Unterschied in der Leistung der Athleten jeglicher Sportarten fest.“</p>
<p>Solche Großveranstaltungen bringen die Möglichkeiten, durch Investitionen von Geld und Personal das Sportsystem anzupassen, alle Athleten zu fördern und ein Konzept auszuarbeiten, das nachhaltigen Erfolg bringt. „Ich denke, Olympische Spiele in Deutschland sind der einzige Weg, um Randsportarten wie Rugby eine Chance auf Erfolg zu geben“, stellt Kuhlmann klar.</p>
<p>Doch ganz so unerfolgreich ist der Chefcoach mit seinen „Schwarzen Adlern“ gar nicht. In den letzten Jahren machte die Nationalmannschaft stetig Fortschritte. Im Jahr 2024 erreichte sie einen wichtigen Meilenstein, indem sie nach einer starken Leistung bei der Rugby Europe Championship wieder in die Top 30 der Weltrangliste aufstieg. „An Europameisterschaften nehmen wir regelmäßig teil. Der sechste Platz in diesem Jahr war schon ein Highlight und er zeigt uns, dass sich die harte Arbeit auszahlt“, freut sich der 55-Jährige, der im zivilen Beruf bei MLP in Wiesloch arbeitet.</p>
<p>Für eine WM-Teilnahme hat es für Deutschland bisher noch nicht gereicht, der Bundestrainer sieht die Qualifikation aber nicht als unmöglich an: „Der Qualifikationsmodus gibt uns die Chance dazu, dort müssen wir nämlich nicht gegen Schwergewichte ran.“<br />
Dennoch ist es keine leichte Aufgabe für das Team. In einem Qualifikationsturnier, das im Februar nächsten Jahres stattfindet, spielt man in einer Gruppe mit Portugal, Rumänien und Belgien, ehe der Gruppensieger im Halbfinale antritt. Die vier besten Teams des Turniers, das gleichzeitig als Europameisterschaft zählt, sind automatisch für die Titelkämpfe 2027 in Australien qualifiziert. Der Fünftplatzierte bekommt in einem Repechage-Turnier noch einmal die Möglichkeit, den letzten verfügbaren Startplatz zu ergattern. „Die Teams in unserer Gruppe können wir an guten Tagen durchaus schlagen. Gerade Belgien haben wir schon bei der diesjährigen EM bezwungen. Mit unserem sechsten Platz sind wir schon in Schlagdistanz zu einem WM-Ticket“, erklärt Mark Kuhlmann die Lage.</p>
<p>Diese WM-Qualifikation wäre Gold wert für den Sport, bringt eine Teilnahme doch nicht nur sportliche und finanzielle Vorteile, sondern auch die Art von Aufmerksamkeit, die das Rugby braucht – vor allem in Deutschland. „Durch eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft würden wir einen ähnlichen Effekt wie bei Olympischen Spielen erreichen: Wir würden die nötige TV-Präsenz bekommen und unseren Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit steigern. Die Leute würden sich vor den Fernseher setzen und sich mit unserem Sport beschäftigen – und Kinder würden vielleicht sogar inspiriert werden, um selbst Rugby spielen zu wollen“, sinniert der Bundestrainer.</p>
<p>In dieser Rolle ist es nun Mark Kuhlmanns Job, seine Mannschaft so gut wie möglich für das bevorstehende Turnier vorzubereiten. Einen Anfang machen dabei die kommenden Lehrgänge mit Spielen gegen die British Army in England und gegen das Nationalteam der Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai.</p>
<p>Wir wünschen Mark Kuhlmann und der Deutschen Rugby-Nationalmannschaft viel Erfolg!</p></div>
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		<title>Johanna + Sophie Hacker: Rugby-Triple mit Heidelberg</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/johanna-sophie-hacker-rugby-triple-mit-heidelberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ralf Scherlinzky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Aug 2022 11:56:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[SPORTHEILBRONN]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 25]]></category>
		<category><![CDATA[Rugby]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>In der Titelgeschichte der letzten SPORTHEILBRONN-Ausgabe haben wir über die Heilbronner Rugby-Nationalspielerinnen Johanna und Sophie Hacker berichtet, die im Trikot des Heidelberger Ruder- und Rugbyklubs (HRK) von Erfolg zu Erfolg eilen. „Unsere Mannschaft hat dieses Jahr die Möglichkeit, Triple-Meister zu werden, was verdammt cool wäre und auch ein großes Ziel von uns ist. Bis jetzt sind wir schon Deutscher Pokalsieger und haben gute Chancen, auch die Meistertitel in der 7er- und in der 15er-Bundesliga zu gewinnen“, hatte Sophie Hacker damals orakelt.</p>
<p>Jetzt, drei Monate später berichtet uns ihre Schwester Johanna: „Wir haben genau das geschafft, was wir uns schon am Anfang der Saison erträumt hatten und haben als erstes Team der Geschichte des Frauenrugbys in Deutschland das Triple geholt: den 15er-Frauenpokal sowie die Meisterschaften in der 7er- und 15er-Bundesliga. Damit konnte unser Team tatsächlich alles gewinnen, was es in Deutschland zu gewinnen gibt. Wir sind sehr stolz auf diesen großartigen Erfolg!“</p></div>
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		<title>Rugby-Nationalspielerinnen made in Heilbronn</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/rugby-nationalspielerinnen-made-in-heilbronn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Steffi Hägele]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 May 2022 13:34:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[SPORTHEILBRONN]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 24]]></category>
		<category><![CDATA[Rugby]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Johanna und Sophie Hacker sind Rugbyspielerinnen mit Leib und Seele. Die beiden aus Heilbronn stammenden Wahl-Heidelbergerinnen spielen nicht nur in der erfolgreichen Bundesliga-Frauenmannschaft des Heidelberger Ruder- und Rugbyklubs (HRK), sondern sind auch feste Bestandteile der deutschen Nationalmannschaft. Ihr Vater Guntram, der fleißig neue Rugbyspielerinnen in Heilbronn rekrutiert, ist bei der TSG Heilbronn Abteilungsleiter der Rugby-Abteilung. Wir haben Johanna (23) und Sophie (19) beim Training sowie beim 54:0-Sieg gegen den FC St. Pauli besucht und dabei sehr viel über die doch nicht so „gewöhnliche“ Frauensportart Rugby erfahren.</strong></em></p>
<p>Fotos: Achim Gehrig</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Ihr kommt ja aus einer Rugbyfamilie und die Sportart scheint in euren Genen zu liegen. Trotzdem die Frage: Wie seid ihr zum Rugby gekommen?</strong><br /><strong>Johanna Hacker:</strong> Unser Opa und unser Papa waren beide Trainer bei der Rugby- und Rudergesellschaft in Heidelberg (RGH), und daher hatten wir schon immer etwas mit der Sportart zu tun. Ich habe erst mit 13 Jahren bei der TSG Heilbronn angefangen Rugby zu spielen, also sehr spät. Nach einem halben Jahr bin ich zu meinem Papa nach Heidelberg gewechselt, wo bereits acht oder neun andere Mädels aus Heilbronn gespielt hatten. Kurz darauf habe ich schon in der Baden-Württemberg-Auswahl und mit 14 Jahren dann in der Deutschen Jugend-Auswahl gespielt. Mit 19 bin ich zusammen mit einigen weiteren Spielerinnen aus der Frauenmannschaft des RGH zum Heidelberger Ruder- und Rugbyklub (HRK) gewechselt.<br /><strong>Sophie Hacker:</strong> Ich habe schon mit sieben Jahren mit Rugby begonnen. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine Jugendmannschaft in Heilbronn, deshalb habe ich direkt in Heidelberg angefangen. Aber ja, irgendwie liegt das Talent schon bei uns in der Familie. Unser Papa hat, zusammen mit unseren Halbgeschwistern, insgesamt sechs Kinder und fünf davon spielen Rugby – und das auch noch so gut, dass es bis jetzt alle in die Nationalmannschaft geschafft haben. Die Tochter von unserem ältesten Halbbruder spielt inzwischen auch bei uns in der Mannschaft des HRK. Er scheint die Gene auch weiterzugeben&#8230;</p>
<p><strong>Seid ihr von Anfang an mit dem Leistungsgedanken an die Sportart herangegangen?</strong><br /><strong>Johanna Hacker:</strong> Da ich ja erst spät mit dem Rugby angefangen habe, war bei mir schon von Anfang an ein Leistungsgedanke dahinter. Ich hatte auch das Ziel in die Nationalmannschaft zu kommen und dort dann ein fester Bestandteil des Teams zu werden.<br /><strong>Sophie Hacker:</strong> Bei mir war nicht sofort der Leistungsgedanke da. Ich war ja noch recht jung, als ich mit dem Sport begonnen habe. Als ich dann aber älter wurde, war ich mir auch schnell sicher, dass ich auf Leistung spielen möchte. Deshalb bin ich dann auch zum HRK gewechselt, denn hier hat man einfach bessere Voraussetzungen, um es in die Nationalmannschaft zu schaffen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Ist Heidelberg einer der zentralen Rugby-Standorte in Deutschland oder gibt es noch weitere solche Hochburgen?</strong><br /><strong>Sophie Hacker:</strong> Wir haben in Heidelberg sowohl den Olympiastützpunkt als auch den Landesstützpunkt Baden-Württemberg. Hier kommen die meisten Spielerinnen zusammen, die für die Nationalmannschaft oder für den Landesverband trainieren. Hannover ist noch eine weitere Rugby-Stadt. Dort gibt es ebenfalls einen Stützpunkt.</p>
<p><strong>Ihr wohnt und studiert in Heidelberg?</strong><br /><strong>Sophie Hacker:</strong> Ja. Ich studiere im zweiten Semester Sport und Psychologie hier an der Uni. Mit 17 Jahren bin ich nach Heidelberg in eine WG gezogen, so konnte ich mir die Fahrten von Heilbronn zum Training sparen.<br />Johanna Hacker: Ich studiere an der Universität Heidelberg Biologie und Sport im Masterstudiengang auf Lehramt. Wir beide haben auch ein Spitzensportstipendium. Ohne das würden wir es auch nicht schaffen, alles unter einen Hut zu bekommen. Leider sind bei mir in Biologie die Dozenten nicht so kulant wie bei Sophie. Ich hatte in den ersten zwei Semestern viele Vorlesungen mit Anwesenheitspflicht und das wurde manchmal ein wenig schwierig. Da hat mir das Stipendium schon sehr geholfen. Durch das Stipendium bekommen wir beide zusätzlich zur Unterstützung durch die Deutsche Sporthilfe auch nochmal eine kleine monatliche Förderung dazu. Heidelberg ist ja nicht gerade die billigste Stadt&#8230;</p>
<p><strong>Könnt ihr mit dem Rugbyspielen Geld verdienen oder müsst ihr zusätzlich zu Sport und Studium auch noch arbeiten? Wie läuft bei euch ein „normaler“ Tag ab?</strong><br /><strong>Johanna Hacker:</strong> Generell verdient man beim Rugby schon etwas, aber leider nur bei den Männern. Wir Frauen werden weniger gefördert und brauchen nebenher einen Job. Vom HRK haben wir in den Spielwochen dreimal pro Woche Training. Das Ausdauertraining teilen wir uns selbst über den Tag ein. Wir trainieren jeden Morgen eine Stunde und gehen dann nochmal nachmittags in den Speedcourt für die Schnelligkeit. Nebenher coachen Sophie und ich zusätzlich eine Kindermannschaft. Und die Sachen für die Universität schieben wir auch noch über den Tag ein.</p>
<p><strong>Ihr seid darüber hinaus auch noch im Verein engagiert?</strong><br /><strong>Johanna Hacker</strong>: Ja, wir sind im Eventvorstand tätig und versuchen gerade, frischen Wind reinzubringen. Unsere Mannschaft ist mit fünf aktuellen und drei ehemaligen Nationalspielerinnen sowie vier U18-Nationalspielerinnen so gut aufgestellt, dass man sie gut vermarkten und so Sponsoren für den Verein gewinnen kann. Auch daran arbeiten wir.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner">Sophie Hacker beim Aufwärmen für das Spiel gegen den St. Pauli</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Wie ist generell die Konkurrenz in eurer Sportart? Und wie steht der HRK momentan da?</strong><br /><strong>Johanna Hacker:</strong> Sophie und ich spielen beide Disziplinen, das heißt sowohl in der 7er- als auch in der 15er-Mannschaft. 7er-Rugby ist olympisch, und wie die Zahl schon aussagt, sind sieben Spielerinnen auf dem Feld. Die 7er-Bundesliga ist in den letzten Jahren in Deutschland stark gewachsen. Da man dafür insgesamt mit Ersatzspielern nur 15 Sportlerinnen braucht, bekommt man hier halt auch schneller ein Team zusammen. Die 15er-Liga wurde in zwei Bundesligen mit jeweils vier Teams aufgeteilt. Hier ist es einfach schwieriger, eine vollständige Mannschaft zusammen zu bekommen, denn insgesamt braucht man eine Teamstärke von ca. 30 Sportlerinnen. Acht Spielerinnen können auf der Ersatzbank sitzen – und dies sollte man schon ausschöpfen, sonst wird es echt anstrengend für diejenigen, die auf dem Feld stehen. In der 15er-Bundesliga ist unser größter Konkurrent der SC Neuenheim, der ist hier auch um die Ecke.<br /><strong>Sophie Hacker:</strong> Unsere Mannschaft hat dieses Jahr die Möglichkeit, Triple-Meister zu werden, was verdammt cool wäre und auch ein großes Ziel von uns ist. Bis jetzt sind wir schon Deutscher Pokalsieger und haben gute Chancen, auch die Meistertitel in der 7er- und in der 15er-Bundesliga zu gewinnen. Das wäre für uns dann schon eine sehr erfolgreiche Saison, wenn wir drei Titel gewinnen können.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Welche Ligen gibt es in Europa und wie seid ihr mit der Nationalmannschaft auf internationalem Niveau mit Deutschland positioniert?</strong><br /><strong>Johanna Hacker:</strong> In Europa gibt es drei Ligen für Nationalteams: die Grand Prix Series (1. Liga), die Trophy (2. Liga) und die Challenger Series (3. Liga). Jede dieser Ligen besteht aus zwölf Teams. Hier ist es eigentlich wie im Fußball, dass man absteigen und aufsteigen kann.<br /><strong>Sophie Hacker:</strong> Wir sind eine sehr junge Mannschaft und spielen derzeit in der obersten Liga – momentan im Mittelfeld, aber wir wollen uns von Jahr zu Jahr steigern. Alle vier Jahre findet eine Weltmeisterschaft statt. Unser Ziel ist es, dass wir uns dafür qualifizieren. Das wird zwar schwierig, ist aber dennoch machbar. Insgesamt können nur 16 Mannschaften zur Weltmeisterschaft fahren. Fünf oder sechs Teams haben sich bereits qualifiziert, und unsere Chancen stehen auch nicht ganz so schlecht.</p>
<p><strong>Könntet ihr euch auch vorstellen, mal zu einem Team im Ausland zu wechseln, vielleicht sogar in eine echte Rugby-Nation?</strong><br /><strong>Johanna Hacker:</strong> Ich habe tatsächlich schon Angebote von verschiedenen internationalen Vereinen bekommen, aber momentan will ich erstmal meinen Master fertig machen. Aber danach wäre das schon eine Option für mich, klar&#8230;<br /><strong>Sophie Hacker:</strong> Ich hatte letzte Saison meine erste richtige Bundeskader-Saison, daher habe ich noch keine Angebote bekommen. Generell könnte ich es mir aber vorstellen, wenn ein gutes Angebot kommt.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Wie sehr war der Rugbysport durch die Corona-Pandemie betroffen? Wie haben euer Training und die Wettkämpfe ausgesehen?</strong><br /><strong>Sophie Hacker:</strong> Erstmal wurde das Training komplett zu uns nach Hause verlegt. Aber so ab Mai durften wir, die im Bundeskader waren, wieder vor Ort das Training aufnehmen – natürlich unter strengen Hygieneregeln. Die Spiele wurden alle abgesagt, aber immerhin konnten wir wieder gemeinsam trainieren. Der HRK durfte auch wieder relativ früh eingeschränkt trainieren, da waren unsere Coaches dann mit den Übungen auch sehr kreativ. Nach einer Zeit wurden die internationalen Wettkämpfe wieder aufgenommen. Wir haben jeweils PCR-Tests gemacht, wenn wir losgeflogen und gelandet sind, sowie am Abend vor dem Spiel. Auf internationalen Wettkämpfen hatten alle Mannschaften immer ihr eigenes Zelt, in dem sie sich ohne Kontakt zu anderen aufhalten konnten. Normalerweise treffen sich alle Teilnehmer beim Essen und können sich dann dort unterhalten, aber das ging aufgrund von Corona nicht. Deshalb hat jede Nation für sich gegessen und war in ihrer eigenen „Bubble“. Es durften auch keine Zuschauer kommen – wie in vielen anderen Sportarten auch.<br /><strong>Johanna Hacker:</strong> Der Deutsche Rugbyverband hat im Januar auch eine Sonderregelung für die 15er-Mannschaften eingeführt. Wenn eine Mannschaft aufgrund von Corona-Infektionen oder Verletzungen nur mit einem Auswechselspieler kommen kann, wird die Spielzeit auf zweimal 30 Minuten gekürzt. Hat die Mannschaft zwei Spielerinnen zum Auswechseln, dauert das Spiel zweimal 35 Minuten. Sobald die Mannschaft drei oder mehr Spielerinnen auf der Bank hat, wird wieder auf die normale Spieldauer von zweimal 40 Minuten erhöht.</p>
<p><strong>Was liegt für euch im Sommer noch alles an?</strong><br /><strong>Johanna Hacker:</strong> Wir haben eigentlich fast jedes Wochenende ein Spiel. Die Wettkämpfe mit der Nationalmannschaft fangen meistens so Ende April an und gehen bis Mitte Juli. Parallel gibt es auch für unseren Verein noch ein paar Spiele. Deswegen ist unser Terminkalender im Sommer immer relativ voll.<br /><strong>Sophie Hacker:</strong> Um das alles parallel zum Studium zu schaffen, muss die Leidenschaft für das Rugby schon vorhanden sein – aber das ist ja bei uns beiden der Fall.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner">Die zwei Schwestern Johanna und Sophie Hacker (von links)</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Heilbronner Ringer Niklas Rauhut ist Rugby-Nationalspieler in Hong Kong</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/heilbronner-ringer-niklas-rauhut-ist-rugby-nationalspieler-in-hong-kong/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ralf Scherlinzky]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jul 2018 15:04:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[SPORTHEILBRONN]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 09]]></category>
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		<category><![CDATA[NiklasRauhut]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>https://sportheilbronn-magazin.de</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>https://sportheilbronn-magazin.de</p>
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					<h1 class="entry-title">Heilbronner Ringer Niklas Rauhut ist Rugby-Nationalspieler in Hong Kong</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Die Geschichte von Niklas Rauhut klingt irgendwie verrückt: Niklas hat im Juli 2017 gerade seinen 16. Geburtstag gefeiert, als seine Familie mit Sack und Pack für drei Jahre von Heilbronn nach Hong Kong umzieht – für den talentierten Nachwuchs-Ringer der RED DEVILS erstmal ein Kulturschock. Doch der Zehntklässler lebt sich schnell ein, gewinnt neue Freunde – und wird vom einen Tag auf den anderen Nationalspieler im U20-Rugbyteam seiner neuen Heimat Hong Kong. Während eines kurzen Heimaturlaubs im Februar wird er zudem quasi im Vorbeigehen Württembergischer A-Jugend-Meister im Ringen – und qualifiziert sich damit für die Deutschen Meisterschaften. Auch dort marschiert der Modellathlet durch bis ins Finale, wo ihn nur eine Verletzung vom Meistertitel abhalten kann. Diese aber hat es dafür in sich: Niklas Rauhut reißt sich eine Sehne in der Brust, muss operiert werden. An Rugby und Ringen ist für den Rest des Jahres leider nicht mehr zu denken&#8230;</strong></em></p>
<p>Fotos: Marcel Tschamke</p></div>
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						<h4 class="et_pb_module_header"><span>Autor: </span></h4>
						
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Bevor wir zu deinen sportlichen Erfolgen kommen: Was macht ein 16-Jähriger, wenn er plötzlich in einer ihm fremden Welt leben muss?</strong></em><br />Niklas Rauhut: Er sagt nach ein paar Tagen: O Gott, ich will hier wieder weg! Im ersten Monat war ich noch nicht in der Schule, habe niemanden gekannt. Mit meinem bisschen Realschul-Englisch bin ich irgendwie auch nicht weit gekommen, das war frustrierend. Doch mit dem ersten Schultag auf der Deutsch-Schweizerischen Schule hat sich alles geändert. Ich habe mich noch am selben Abend mit den Klassenkameraden getroffen und fühle mich seither total wohl.</p>
<p><em><strong>In Heilbronn warst du ein leidenschaftlicher Ringer, doch Hong Kong ist nicht gerade als Ringer-Hochburg bekannt&#8230;</strong></em><br />Niklas Rauhut: In Hong Kong gibt es keine Ringervereine wie bei uns, aber es gibt andere Kampfsportarten, die in eine ähnliche Richtung gehen. Deshalb sind zumindest Matten vorhanden, nur die Trainingspartner fehlen. Ich trainiere mit meinem Vater dort hin und wieder ein bisschen Technik und mache sonst viel Kraft- und Ausdauertraining im Fitnessstudio.</p>
<p><em><strong>Als Ersatz für‘s Ringen hast du dann mit Rugby angefangen?</strong></em><br />Niklas Rauhut: Nicht gleich, denn ich wusste vorher nicht mal, dass es Rugby überhaupt gibt. In Hong Kong ist Rugby aber Nationalsport, und irgendwann hat mich ein Freund aus meiner Klasse zum Training seines Teams „Happy Valley“ mitgenommen, das hauptsächlich aus Spielern aus Frankreich besteht. Ich kannte zwar die Regeln nicht, habe aber einfach mal beim Training mitgemacht. Und da kam mir dann die Ringerausbildung zu Gute. Sie fanden mich ziemlich gut, weil ich sofort das Tackeln beherrscht habe. Da geht es darum, dem Gegner ziemlich tief in die Beine zu greifen und ihn umzutackeln. Für Neulinge kostet das viel Überwindung. Das entspricht aber genau einem Griff im Freistil, den ich jahrelang trainiert habe.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong><em>Und dann ging es quasi vom ersten Training fast direkt in die Nationalmannschaft?</em></strong><br />Niklas Rauhut: Das ging tatsächlich recht schnell. Ich habe in der zweiten U19-Mannschaft von Happy Valley mit ein paar Spielen angefangen, da ich ja erst die Regeln verstehen musste. Dort wurde ich gleich ein paarmal zum besten Spieler gewählt und wurde in das erste U19-Team geholt. Dessen Coach sagte mir, dass der Trainer der Nationalmannschaft Spieler für ein Testspiel gegen Kanada sucht. Also bin ich hingegangen und habe mittrainiert. Bei der Trainingssession Montag abends hieß es plötzlich „jetzt wird gerungen“. Das war recht lustig, denn ich habe dabei ruckzuck den Captain der U20 auf die Schultern gelegt, und alle haben erstmal ziemlich blöd gekuckt. Das war sehr förderlich für mich, denn dadurch stand ich plötzlich direkt im Kader der U20-Nationalmannschaft für das Spiel gegen Kanada und habe dort in der Startmannschaft gespielt.</p>
<p><em><strong>Hat man dir dafür die Staatsbürgerschaft von Hong Kong verliehen?</strong></em><br />Niklas Rauhut: Nein. Sobald ein Familienmitglied über einen längeren Zeitraum in Hong Kong arbeitet, erhält man die sogenannte Hong Kong ID Card. Und diese genügt beim Rugby, um für das Land zu spielen.</p>
<p><em><strong>Bist du der einzige nicht aus Hong Kong stammende Nationalspieler?</strong></em><br />Niklas Rauhut: Nein, das Team besteht nur zu ca. 50 Prozent aus Einheimischen. Die anderen kommen aus Nordamerika, Australien oder Europa.<br />Und dann hast du dich praktisch mit dem Rugby-Training für die Württembergischen Meisterschaften im Ringen fit gehalten?<br />Niklas Rauhut: Sozusagen. Ich hatte ein halbes Jahr lang nicht spezifisch trainiert und habe dort gleich gegen den deutschen Meister und den Vizemeister gewonnen, und alle haben sich gewundert, dass ich ohne Praxis Meister wurde.</p>
<p><em><strong>Und damit hattest du die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft in der Tasche&#8230;</strong></em><br />Niklas Rauhut: Genau, und das, obwohl ich bei keinem einzigen Lehrgang dabei war. Dafür bin ich dann im April extra nochmal nach Deutschland geflogen und wurde für eine Woche von der Schule freigestellt. Bei der DM selbst hatte ich dann bis ins Finale einen super Lauf – und dann hat es in meiner Brust geschnalzt und ich musste verletzt aufgeben. Das war natürlich sehr enttäuschend. Die Schwere der Verletzung wurde dann erst ein paar Wochen später in Hong Kong diagnostiziert, als es nicht besser wurde. Also ging es nochmal nach Deutschland, wo ich in Mainz operiert wurde. Es dauert jetzt leider ein paar Monate bis ich wieder angreifen kann. (RS)</p></div>
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