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	<title>Lara Auchter | sportheilbronn Magazin</title>
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	<title>Lara Auchter | sportheilbronn Magazin</title>
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		<title>Daniel Fischbuch: 4 WM-Teilnahmen + über 700 DEL-Spiele</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 10:25:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 39]]></category>
		<category><![CDATA[Eishockey]]></category>
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<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://sportheilbronn-magazin.de/daniel-fischbuch-4-wm-teilnahmen-ueber-700-del-spiele/">Daniel Fischbuch: 4 WM-Teilnahmen + über 700 DEL-Spiele</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://sportheilbronn-magazin.de">sportheilbronn Magazin</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Fast immer, wenn wir die Region Heilbronn für einen Magazinbeitrag verlassen haben, war irgendwie Eishockeyspieler Daniel Fischbuch mit im Spiel. Für die erste SPORTHEILBRONN-Ausgabe hatten wir ihn und Corey Mapes an einem Samstagvormittag in Düsseldorf besucht. Und als wir Anfang 2017 in Berlin waren, haben wir uns für Ausgabe 3 kurzfristig mit ihm und Turner Milan Hosseini in der Kabine der Eisbären Berlin getroffen. Nachdem er dann nach Nürnberg gewechselt war, standen wir für ein Interview im Rahmen des Spiels gegen die Kölner Haie auf der Matte. Und für die Jubiläumsausgabe 30 haben wir ihn gleich mit einem ganzen Team in Mannheim besucht. Zwischendurch gab es für Ausgabe 9 ein öffentliches Interview in der Heilbronner „Inselspitze“, zu dem wir die Nachwuchscracks des Heilbronner Eishockey-Clubs eingeladen hatten und vor dem wir uns gegenseitig mit unserer Nervosität übertrumpft haben. J Wir können von uns behaupten, dass wir „Fischi“ vom 22-jährigen Underdog bei der Düsseldorfer EG bis zum heute 32-jährigen Nationalspieler bei den Iserlohn Roosters fast durch seine ganze DEL-Karriere begleitet haben. Egal, mit welcher Idee wir gekommen sind – der Neuenstadt-Steiner, der das Eishockeyspielen einst beim HEC gelernt hat, war immer gerne zu allem bereit. Wie auch jetzt, als wir im Dezember bei einem Onlinecall gemeinsam in Erinnerungen geschwelgt sind. Einleitung: Ralf Scherlinzky / Text: Lara Auchter</strong></em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Fischi, du begleitest SPORTHEILBRONN nun seit der ersten Ausgabe 2016. Kannst du dich noch an das allererste Treffen erinnern?</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Ja klar, das war damals in Düsseldorf an der Brehmstraße. Wir hatten uns nach dem Training im Presseraum vor der Sponsorenwand unterhalten, zusammen mit Corey Mapes. Es war cool, weil viele gar nicht auf dem Schirm hatten, dass gleich zwei Heilbronner in der DEL spielen – Corey und ich. Ihr habt uns damals in der Region so ein bisschen „sichtbar“ gemacht.</p>
<p><em>Das Interview war im Februar und es sah alles danach aus, dass wir dich noch eine Weile im Trikot der DEG sehen. Doch dann kam im März die überraschende Nachricht, dass dein Vertrag nicht verlängert wird. Wie war das für dich als junger Spieler?</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Das war damals echt verrückt. Ich kam gerade von einer schweren Verletzung zurück, hatte gute Gespräche mit dem Trainer und eigentlich das Gefühl, dass es weitergeht. Und dann hieß es plötzlich: „Wir verlängern nicht.“ Erstmal war ich geschockt, aber im Nachhinein war es vielleicht wichtig für meine Entwicklung. Manchmal muss man eben einen anderen Weg gehen.</p>
<p><em>Düsseldorf war ja quasi deine sportliche Heimat und ist auch jetzt noch euer Erstwohnsitz…</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Genau. Ich bin damals als Teenager aus Mannheim nach Düsseldorf gewechselt, auch weil mein Bruder dort war. Ich habe beim Hauptsponsor der DEG meine Ausbildung gemacht und in Düsseldorf meine Frau kennengelernt. Letztendlich bin ich in der Stadt erwachsen geworden, und unser Lebensmittelpunkt ist bis heute dort.</p>
<p><em>Von der Düsseldorfer EG aus ging es zu den Eisbären Berlin – ein großer Schritt. Wie kam der zustande?</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Uwe Krupp war damals Eisbären-Trainer, und Marian Bazany, den ich aus Düsseldorf kannte, war Co-Trainer. So entstand der Kontakt. Berlin setzt traditionell sehr auf deutsche Spieler, und ich fand die Rolle spannend. Im ersten Jahr lief es gut und im zweiten Jahr standen wir sogar im DEL-Finale gegen München und haben Spiel sieben nach Comeback doch noch knapp verloren. Trotzdem eine Wahnsinnsserie und wenn ich zurückblicke eine schöne Zeit.</p>
<p><em>Vor deinem vierten Jahr in Berlin kam dann aber wieder ein Knick…</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Genau. Ich hatte eigentlich noch einen Vertrag, aber mir wurde gesagt, dass mein Kaderplatz durch einen U23-Spieler ersetzt wird. Das kam unerwartet und war sicherlich nicht einfach, da ich mich bei den Eisbären sehr wohl gefühlt habe. Ich wollte aber unbedingt spielen, also musste ich gehen. Ich war in diesem Sommer aber sehr lange ohne neuen Vertrag und wäre fast in der DEL2 gelandet. Aber am Ende wurden es die Nürnberg Ice Tigers in der DEL.</p>
<p><em>Nürnberg wurde zum Wendepunkt für dich – vor allem im Hinblick auf die Nationalmannschaft.</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Absolut. Ich bekam bei den Ice Tigers volles Vertrauen vom Trainer und bin gut in die Saison gestartet. Beim Deutschland Cup im November 2019 war ich dann erstmals bei der Nationalmannschaft dabei und habe ein richtig starkes Turnier gespielt. Das war für mich der Startschuss im Nationalteam. Dafür bin ich dem damaligen Bundestrainer Toni Söderholm bis heute extrem dankbar.</p>
<p><em>Seitdem warst du bei vier Weltmeisterschaften dabei, inklusive der spektakulären Silbermedaille in Tampere 2023.</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Ja, meine erste WM war noch die Corona-WM 2021 in Riga. Dann folgten zwei richtig coole Turniere in Finnland – darunter natürlich die Silber-WM in Tampere. Zuletzt war ich 2024 in Tschechien im WM-Aufgebot. Es waren unglaubliche Erlebnisse und Momente im Nationalmannschafts-Trikot. Die letzte WM habe ich leider verpasst, weil ich bei den Adlern Mannheim zum Ende der Saison nicht mehr komplett gespielt habe. Es ist aber in jedem Fall mein Ziel, wieder zum Kern des DEB-Teams zu gehören.</p>
<p><em>A propos Mannheim – wie fällt dein Fazit zu deinen beiden Jahren dort aus? Dein Werdegang hatte dich ja von Nürnberg wieder zurück zur DEG und dann „back to the roots“ nach Mannheim geführt…</em> <br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Die beiden letzten Jahre liefen sehr ambivalent. Im ersten Jahr hatten wir brutales Verletzungspech und teilweise fielen sechs, sieben Stammspieler gleichzeitig aus. Das wirft selbst einen Topklub wie Mannheim aus der Bahn. Im zweiten Jahr lief es für mich persönlich eigentlich gut. Ich war lange Topscorer, habe aber am Ende nicht mehr die Eiszeit bekommen, die ich mir gewünscht hätte, und habe leider auch ein paar Playoff-Spiele verpasst. Trotzdem: Mannheim ist ein top-professionelles Team, fast schon auf NHL-Niveau, und ich habe viel aus den letzten beiden Jahren dort mitgenommen.</p>
<p><em>Dieses Jahr spielst du nun bei den Iserlohn Roosters und wurdest direkt zum Teamcaptain gewählt. Wie kam es dazu?</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Ursprünglich hatte ich ja sogar schon bei der Düsseldorfer EG unterschrieben. Durch deren Abstieg in die DEL2 wurde dann aber alles anders. Iserlohn und das ganze Team dort haben sich extrem um mich bemüht, und am Ende fiel es mir sehr einfach, die Entscheidung für die Roosters zu treffen – zumal wir aufgrund der machbaren Entfernung mit der Familie dennoch in Düsseldorf wohnen können. Kapitän zu sein, ist eine neue Rolle für mich, aber eine, die ich gerne annehme. Hier ist alles sehr familiär, und die Mannschaft macht Spaß – auch wenn es in der Tabelle gerade leider nicht so aussieht.</p>
<p><em>Vor Kurzem hast du dein 700. DEL-Spiel absolviert. Ein Meilenstein auch für dich persönlich?</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Absolut! Ich merke immer mehr, wie schnell alles geht. 700 Spiele sind verrückt. Ich bin 32, das ist zwar nicht alt, aber auch nicht mehr jung. Jetzt sauge ich alles bewusster auf und genieße jeden Moment. Mein Ziel wären tatsächlich noch die 1.000 Spiele. Wenn der Körper mitmacht und ich weiterhin Spaß habe, spiele ich, solange es geht. Es ist ein Privileg und ich bin unendlich dankbar dafür.</p>
<p><em>Deine Kinder spielen inzwischen beide auch Eishockey. Wie besonders ist das für dich?</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Sehr besonders. Sie sind vier und sieben und in einem Alter, in dem sie schon viel mitbekommen und alles aufsaugen. Ich nehme sie oft mit in die Kabine und dann strahlen immer die Augen, das ist Wahnsinn. Auch bin ich oft als Helfer auf dem Eis, wenn sie Training haben. Und ich merke, dass sie stolz sind, wenn andere Kinder zu mir kommen und ein Foto oder Autogramm wollen. Das macht mich als Papa dann gleich doppelt stolz.</p>
<p><em>Du warst vor ein paar Jahren auch mal beim Development Camp der Los Angeles Kings – wie war der Einblick in die NHL-Welt?</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Eine komplett andere Welt! Die Kabine, das Gym, der Spa-Bereich – das ist next Level. Ich war kurz nach der Sommerpause dort und hatte vorher noch kaum Eiszeit zur Vorbereitung gehabt. Es war deshalb klar, dass es vor allem ums Reinschnuppern ging, aber das Erlebnis war unglaublich. Das Wetter, die Organisation und Infrastruktur waren wirklich ein kleiner Traum.</p>
<p><em>Wenn du auf die letzten Jahre zurückblickst – was nimmst du mit?</em><br /><strong>Daniel Fischbuch:</strong> Dass alles extrem schnell geht. Und dass man vor allem dankbar sein muss. Für 700 DEL-Spiele, vier Weltmeisterschaften, für die ganze Karriere, aber auch für meine Familie und meine Kinder, die das miterleben – das ist das Schönste von allem.</p></div>
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<p>„Young Fischi“ 2016 bei unserem Kennenlern-Gespräch in Düsseldorf. Foto: Marcel Tschamke</p></div>
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<p>Öffentliches Interview im Jahr 2018 mit Nachwuchsspielern des Heilbronner EC in der „Inselspitze“ unter der Friedrich-Ebert-Brücke. Foto: Marcel Tschamke</p></div>
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<p>Daniel Fischbuch (rechts) und der damals 15-jährige Turner Milan Hosseini beim gemeinsamen Gespräch in der Kabine der Eisbären Berlin. Foto: Frank Ziegenrücker</p></div>
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		<title>Markus Pommer: Über Formel 2 und GT3 zu den Prototypen</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/markus-pommer-ueber-formel-2-und-gt3-zu-den-prototypen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 10:24:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 39]]></category>
		<category><![CDATA[Rennsport]]></category>
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					<h1 class="entry-title">Markus Pommer: Über Formel 2 und GT3 zu den Prototypen</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Markus Pommer ist der bislang wohl erfolgreichste aus Heilbronn stammende Rennfahrer. Er begann im Alter von acht Jahren mit dem Kartsport und stieg 2007 in den Formel-Rennsport ein. Beim Interview für unseren ersten gemeinsamen SPORTHEILBRONN-Beitrag hatte er 2019 mit etwas Wehmut davon berichtet, wie er 2012 nur einen Reifenplatzer von einer Formel 1-Testfahrt bei Williams weg war, die damals für den Sieger der Formel-2-Serie ausgeschrieben war. 2016 wechselte er in den GT3-Sport, wo er fünf Jahre hintereinander in der ADAC GT Masters Serie fuhr. 2021 entdeckte der Untereisesheimer seine Liebe für den Prototypen-Rennsport. Zwei Jahre fuhr er im Rahmen der European Le Mans Series (ELMS) in der dortigen Königsklasse LMP2 und wechselte dann in den Prototype Cup Germany, den er 2023 und 2024 gewinnen konnte. Nach der Saison 2025 im European Le Mans Cup sondiert der 35-Jährige, inzwischen zweifacher Familienvater und Fulltime-Immobilienbetriebswirt, seine Optionen für 2026. Nachdem wir Markus in den letzten Jahren am Hockenheimring, am Norisring und in Spa-Francorchamps an der Rennstrecke besucht hatten, führte unser Weg diesmal „nur“ nach Untereisesheim, wo wir die vergangenen Jahre nochmal gemeinsam haben Revue passieren lassen.</strong></em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Markus, wir sitzen hier für unsere Abschiedsausgabe – und blättern gleichzeitig zurück bis Sommer 2019, zu deinem ersten großen „Auftritt“ in SPORTHEILBRONN-Ausgabe 13. Was geht dir durch den Kopf, wenn du diese sechseinhalb Jahre Revue passieren lässt?</em><br /><strong>Markus Pommer:</strong> Wie schnell alles vergangen ist. Damals hatten wir uns bei meinem GT Masters-Team Callaway Competition in Leingarten getroffen und hatten uns kurz zuvor bei einem Sponsoren-Event der Red Devils Heilbronn in den Räumen der VR-Bank kennengelernt. Wenn ich heute diese Ausgabe sehe, fühlt sich das gleichzeitig nah und unglaublich weit weg an.</p>
<p><em>Motorsport gilt oft als kurzlebig. Du bist aber über Jahre auf hohem Niveau geblieben. Warum war das bei dir möglich?</em><br /><strong>Markus Pommer:</strong> Weil der Motorsport in gewisser Weise gnädiger ist als andere Sportarten. Natürlich gibt es auch hier Altersgrenzen, gerade auf dem absoluten Topniveau wie in der Formel 1. Aber insgesamt kannst du länger konkurrenzfähig bleiben – wenn du die Leistung bringst. Und das war für mich immer entscheidend: Competition. Solange ich mithalten kann, habe ich auch Lust weiterzufahren.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Trotz deines Seriensiegs im Formel-3-Cup 2014 und deiner beiden Titel im Prototype Cup Germany 2023 und 2024 hast du zum Teil auch auf den allerletzten Drücker den Gewinn von Meisterschaften verpasst. Wie 2012, als du wegen eines Reifenschadens im letzten Rennen die FIA-Formel-2-Meisterschaft verpasst hast. Oder 2018, als du als GT Masters-Leader im letzten Saisonrennen die Pole Position hattest und direkt in der ersten Runde von der Strecke geschoben wurdest. Und als wir 2019 am vorletzten Wochenende der Saison in Hockenheim vor Ort dabei waren, wart ihr eigentlich auch als Favoriten in die beiden Rennen gestartet und wir wollten mit euch feiern. Doch dann kam wieder alles anders&#8230;</em><br /><strong>Markus Pommer:</strong> Ja, das war fast schon tragisch. Nach der Enttäuschung mit dem verpassten GT Masters-Sieg 2018 haben wir 2019 in Hockenheim unsere Titelchancen verloren – und beide Male war in der ersten Runde Schluss, unverschuldet. Am Samstag wurde ich nach einer halben Runde abgeräumt, und nachdem das Team die zerstörte Corvette über Nacht wieder hergerichtet hatte, fuhr am Sonntag meinem Teamkollegen in der ersten Kurve einer rein. Gerade beim Heimspiel ist das bitter. Aber so ist Motorsport, manchmal entscheidet nicht nur dein Können, sondern ein Moment, den du nicht kontrollieren kannst.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><a href="https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2026/01/Markus-Pommer-Crash.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-16378 size-large" src="https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2026/01/Markus-Pommer-Crash-1024x682.jpg" alt="" width="1024" height="682" srcset="https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2026/01/Markus-Pommer-Crash-980x653.jpg 980w, https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2026/01/Markus-Pommer-Crash-480x320.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></a></p>
<p><em>2019 endeten die GT Masters-Titelträume in Hockenheim in einem heftigen Crash. Kaum zu glauben: Das Team von Callaway Competition hatte die Nacht durchgearbeitet, so dass das Auto am Sonntag bereit für den zweiten Lauf war – nur, um dann in der ersten Kurve von einem Konkurrenten abgeschossen zu werden. Foto: Marcel Tschamke</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Trotzdem kannst du bisher auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken&#8230;.</em><br /><strong>Markus Pommer:</strong> Ja klar. Natürlich hätte ich diese Titel gerne geholt. Aber ich habe Renn- und Seriensiege gefeiert, stand kurz vor dem GT-Masters-Titel, bin internationale Serien gefahren und habe bei den Prototypen im LMP2-Cockpit Runden gedreht. Ich kann mich wirklich nicht beklagen.</p>
<p><em>Der Wechsel vom GT-Sport in den Prototypenbereich war ein großer Schritt. Warum hast du diese Veränderung gebraucht?</em><br /><strong>Markus Pommer:</strong> GT3 macht Spaß, aber dort spielt die Car-Perfomance eine riesige Rolle. Im Prototypenbereich hast du wieder einen echten Rennwagen: kein ABS, alles aus Carbon. Fahrerisch ist das etwas ganz anderes. Dort kannst du als Fahrer wieder mehr beeinflussen, und das hat mich gereizt.</p>
<p><em>Gleichzeitig hast du auch erlebt, wie schwer es ist, sich in diesen Serien dauerhaft zu etablieren.</em><br /><strong>Markus Pommer:</strong> Ja, in der LMP2 herrscht bei der ELMS ein extrem hohes Level und mein Team war nicht wirklich konkurrenzfähig. Da reicht es nicht, schnell zu sein, denn zu 80 Prozent braucht man ein gutes Team und viel Budget. Nach zwei Jahren ohne große Erfolge muss man ehrlich zu sich sein: Das kratzt dann auch am Selbstvertrauen. Aber selbst das nehme ich als wertvolle Erfahrung mit.</p>
<p><em>Du bist danach wieder einen Schritt zurückgegangen – und hast im LMP3-Auto, im Prototype Cup Germany, zweimal den Titel geholt.</em><br /><strong>Markus Pommer:</strong> Genau. Dort war die Chancengleichheit wieder größer, der Fahrer konnte mehr ausmachen und es war ein unglaublich hohes fahrerisches Niveau. Das hat Spaß gemacht. Schade ist nur, dass der Prototypensport in Deutschland nie wirklich gezündet hat. In Frankreich ist das mit der Le Mans-Serie eine riesige Nummer – bei uns fehlte der Push, weshalb die Deutsche Serie jetzt leider auch eingestellt wurde.</p>
<p><em>Parallel hat sich dein Leben abseits der Rennstrecke stark verändert.</em><br /><strong>Markus Pommer:</strong> Definitiv. Ich arbeite inzwischen Vollzeit und habe zwei Kinder. 2019 habe ich noch nebenbei studiert, heute ist das Leben ein anderes. Aber alles passt gut zusammen. Und ich habe immer gesagt: Ich will Motorsport betreiben und die Balance zwischen Privatleben und Racing halten.</p>
<p><em>Wie geht es bei dir sportlich weiter? Du hast in deiner Karriere immer gewusst, was realistisch zu dir passt und hast deine Teams und Serien bewusst ausgewählt…</em> <br /><strong>Markus Pommer:</strong> Man muss realistisch sein. Motorsport ist Business. Selbst auf höchstem Niveau spielen Sponsoren, Politik und Netzwerke eine enorme Rolle. Das Talent allein reicht nicht – das habe ich früh gelernt. Deshalb versuche ich immer, den besten Spagat zu finden zwischen sportlichem Anspruch und Sinnhaftigkeit. Das Ziel bleibt, Prototypen zu fahren – idealerweise international und konkurrenzfähig. Ob das LMP3, irgendwann wieder LMP2 oder etwas anderes wird, hängt von vielen Faktoren ab. Ich bin bewusst vorsichtig mit Ankündigungen. Aber ich weiß, ich habe das Rennfahren nicht verlernt.</p></div>
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		<title>Annegret Schneider: Von der Leichtathletik zum Luftgewehr</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/annegret-schneider-von-der-leichtathletik-zum-luftgewehr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 10:24:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 39]]></category>
		<category><![CDATA[Behindertensport]]></category>
		<category><![CDATA[SPORTHEILBRONN]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Mit Annegret Schneider ist das irgendwie so eine besondere Sache. Im Herbst 2017, als sie im Alter von 17 Jahren zum vierten Mal Junioren-Weltmeisterin in der Para-Leichtathletik geworden war, haben wir uns kennengelernt. Seither vergeht fast kein Monat, ohne dass wir mit der ehemaligen Weitspringerin zumindest einmal per Messenger in Kontakt sind. Wir haben viel zusammen gelacht, uns in persönlichen Tiefs gegenseitig wieder aufgebaut, gemeinsam den einen oder anderen spannenden Termin erlebt, aber auch mindestens genauso viele weniger spannende Gesprächsrunden als „Nebensitzer“ durchgestanden. Wir können sagen, dass eine Freundschaft entstanden ist, die wir nicht missen möchten. Inzwischen ist Anne 25 Jahre alt und Wirtschaftsinformatikerin. Nach fünf Jahren Leistungssport-Pause ist sie als Luftgewehr-Schützin zurückgekehrt. Und sie würde das zwar nie öffentlich sagen, aber Anne wäre nicht Anne, wenn da nicht – zumindest ansatzweise – die Paralympics 2028 in Los Angeles ganz weit im Hintergrund eine kleine Rolle mitspielen würden. </strong></em><em><strong>Zum Ende der SPORTHEILBRONN-Ära haben wir uns nochmal mit ihr über den Sport unterhalten&#8230; Einleitung: Ralf Scherlinzky / Text: Lara Auchter</strong></em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Anne, unsere Leserinnen und Leser kennen dich von „früher“ als erfolgreiche Para-Leichtathletin. Heute bist du als Luftgewehr-Schützin aktiv. Wie kam es zu diesem sportlichen Neuanfang?</em> <br /><strong>Annegret Schneider:</strong> Nach dem Ende meiner Leichtathletik-Karriere wollte ich bewusst etwas komplett Neues machen. Etwas, das nicht ständig Vergleiche zur Vergangenheit zulässt und bei dem der Druck geringer ist. Das Sportschießen hat mich genau deshalb angesprochen – es ist technisch, ruhig und fordert den Kopf auf eine ganz andere Art.</p>
<p><em>Dein Abschied von der Para-Leichtathletik 2020 kam früher als ursprünglich geplant. Du warst gerade mal 20 Jahre alt und sportlich hättest du noch einiges erreichen können&#8230;</em><br /><strong>Annegret Schneider:</strong> Die Paralympics waren lange ein realistisches Ziel, für das ich sogar meinen Lebens- und Trainingsmittelpunkt nach Cottbus verlegt hatte. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass die Rahmenbedingungen nicht mehr gepasst haben. Corona hat vieles zusätzlich erschwert, und ich hätte nur weitermachen können, wenn ich alles andere hinten angestellt hätte. Das wollte ich nicht mehr, da ich mir ja auch eine berufliche Grundlage legen musste.</p>
<p><em>Wie schwer fiel dir diese Entscheidung?</em><br /><strong>Annegret Schneider:</strong> Sehr schwer. Leistungssport ist ein riesiger Teil des Lebens, und wenn man diesen aufgibt, fällt erst mal ein Stück Identität weg. Am Anfang konnte ich mir kaum vorstellen, jemals wieder Wettkämpfe anzuschauen. Besonders bei den Paralympics 2021 musste ich wegsehen, da dort Leistungen gebracht wurden, die auch für mich möglich gewesen wären. Bei Paris 2024 war es dann schon besser, aber es hat gedauert, bis ich innerlich wirklich abgeschlossen hatte.</p>
<p><em>Was hast du in der Zwischenzeit gemacht? Fünf Jahre ohne Leistungssport ist eine lange Zeit.</em><br /><strong>Annegret Schneider:</strong> Ich habe mich bewusst auf andere Lebensbereiche fokussiert, habe Wirtschaftsinformatik studiert und arbeite inzwischen Vollzeit. Ich musste mich erstmal komplett von der Leichtathletik distanzieren. Anderen Sport habe ich natürlich betrieben – das Skifahren lag mir schon immer im Blut und das mache ich auch heute noch mit viel Leidenschaft.</p>
<p><em>Und dann kam das Sportschießen mit dem Luftgewehr…</em><br /><strong>Annegret Schneider:</strong> Genau. Anfangs ganz locker zum Ausprobieren und ohne große Erwartungen. Ich wollte das einfach nur für mich machen. Aber natürlich war der Ehrgeiz schnell wieder da. Ich trainiere regelmäßig und habe gemerkt, dass mir das liegt – und plötzlich war ich wieder bei Meisterschaften am Start (lacht).</p>
<p><em>Dort hast du sogar gleich einen württembergischen Landesrekord aufgestellt.</em><br /><strong>Annegret Schneider:</strong> Ja, das habe ich tatsächlich erst im Nachhinein erfahren. Ich habe mich natürlich sehr gefreut, habe in dem Moment aber eher auf das Ergebnis und die Gesamtleistung geschaut. Für mich steht nicht der Rekord im Vordergrund, sondern die persönliche Entwicklung. Ich will immer ein Stück besser werden und konstant bleiben.</p>
<p><em>Gibt es neue sportliche Ziele?</em><br /><strong>Annegret Schneider:</strong> Träume darf man immer haben. Aber ich gehe heute anders an den Sport heran. Beruf, Familie und Ausgleich haben eine größere Bedeutung bekommen. Wenn sportlicher Erfolg dazukommt, ist das schön, aber nicht mehr alles.</p>
<p><em>Was hat dir der Leistungssport insgesamt fürs Leben mitgegeben?</em><br /><strong>Annegret Schneider:</strong> Sehr viel. Disziplin, Durchhaltevermögen, Ehrlichkeit zu mir selbst. Vor allem aber habe ich gelernt, dass es auch Stärke ist, loszulassen. Erfolg misst sich nicht nur an Medaillen, sondern daran, ob man mit sich selbst im Reinen ist.</p></div>
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		<title>Eduard Popp: &#8222;Man wird ruhiger und reflektierter.&#8220;</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/eduard-popp-man-wird-ruhiger-und-reflektierter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 10:23:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 39]]></category>
		<category><![CDATA[Ringen]]></category>
		<category><![CDATA[SPORTHEILBRONN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>https://sportheilbronn-magazin.de</p>
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					<h1 class="entry-title">Eduard Popp: &#8222;Man wird ruhiger und reflektierter.&#8220;</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Die Geschichte von SPORTHEILBRONN ist ganz stark mit Eduard Popp verbunden. Am 15. Februar 2016 war Eddi der erste Sportler überhaupt, den wir für das Magazin interviewt haben. Damals war der Neckargartacher 24 Jahre alt und hatte sich, unterstützt vom damaligen VfL Neckargartach und einigen persönlichen Partnern, in der heimischen Römerhalle auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 vorbereitet. Noch stand zu diesem Zeitpunkt in den Sternen, ob er es nach Rio schaffen würde. Heute, mit 34 Jahren, wohnt der Griechisch-Römisch-Spezialist mit seiner Frau Annika und den drei Kindern in Möckmühl. Er ist zweifacher Olympia-Teilnehmer (Platz 5 in Rio 2016, Platz 8 in Tokio 2021), holte Bronze bei der Europameisterschaft 2021 und vier Titel bei Deutschen Meisterschaften. Seine internationale Karriere hat er 2023 beendet, in der Bundesliga ist er aber weiterhin in der Klasse bis 130 Kilogramm aktiv – nach dem Rückzug der Red Devils Heilbronn seit dieser Saison im Trikot des SV Germania Weingarten. Wir blicken gemeinsam mit Eddi auf seine sportliche Laufbahn zurück. Einleitung: Ralf Scherlinzky / Text: Lara Auchter</strong></em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Eddi, als wir uns das erste Mal getroffen haben, hattest du um die Olympia-Qualifikation gekämpft. Heute hast du deine internationale Karriere beendet und ringst nur noch in der Bundesliga. Wenn du auf deine Karriere blickst, wie würdest du deinen Weg beschreiben?</em><br /><strong>Eduard Popp:</strong> Es war ein sehr intensiver Weg mit vielen Stationen und unterschiedlichen Phasen. Am Anfang steht natürlich dieser Traum vom internationalen Spitzensport, von großen Turnieren, von Olympia. Das prägt einen enorm – nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Du lernst sehr früh, was es heißt, alles dem Sport unterzuordnen, ständig an Grenzen zu gehen und dich mit den Besten zu messen. Das habe ich mit den Spielen 2016 und 2021 besonders erlebt und jahrelang auf Welt-Niveau erfahren. Mit den Jahren und dem Ende der internationalen Karriere verändert sich dann der Blick. Man wird ruhiger und reflektierter. Die Bundesliga, die vorher neben der persönlichen Karriere nur eine untergeordnete Priorität hatte, bekommt eine andere Bedeutung. Man hat Verantwortung für die Mannschaft, für den Verein, für jüngere Athleten. Heute sehe ich meine Karriere nicht mehr als eine Abfolge von einzelnen Höhepunkten, sondern als einen zusammenhängenden Prozess, der mich Schritt für Schritt geformt hat.</p>
<p><em><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-16446 size-medium" src="https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2026/01/Eduard-Popp-Action-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" />Worin siehst du deine größte Entwicklung?</em><br /><strong>Eduard Popp</strong>: Ganz klar im Umgang mit mir selbst. Früher war vieles sehr emotional und impulsiv. Niederlagen haben länger nachgewirkt, Siege vielleicht auch stärker gepusht, als es gut war. Heute kann ich besser einordnen, was ein Kampf wirklich bedeutet. Ich habe gelernt, dass nicht jeder Rückschlag ein Drama ist und nicht jeder Sieg alles sagt. Gerade im Ringen hast du Phasen, in denen es läuft – und andere, in denen du kämpfen musst, um überhaupt wieder reinzukommen. Diese Gelassenheit kommt nur mit Erfahrung.</p>
<p><em>Ringen gilt als eine der härtesten Sportarten überhaupt – körperlich wie mental. Wie nimmst du das heute wahr?</em><br /><strong>Eduard Popp:</strong> Es ist und bleibt brutal ehrlich. Auf der Matte gibt es keine Ausreden. Du kannst nichts verstecken, weder körperlich noch mental. Vorbereitung, Tagesform, Kopf – alles kommt zusammen und entscheidet auf der Matte über Sieg oder Niederlage. Gerade das Gewichtmachen ist etwas, das viele unterschätzen, besonders für den Kopf. Du musst diszipliniert sein, deinen Körper kennen und respektieren. Das hat mich über die Jahre sehr geprägt – auch außerhalb des Sports.</p>
<p><em>Du bist 2025 nach dem Rückzug der Red Devils Heilbronn aus der Bundesliga nach Weingarten gewechselt. Welche Rolle spielte für dich dein Heimatverein?</em><br /><strong>Eduard Popp:</strong> Eine sehr große, und es tat natürlich weh, dass der Ringsport in Heilbronn in dieser Form nicht mehr funktioniert hat. Der Verein ist Rückhalt, Struktur und Heimat zugleich und ich habe hier in Heilbronn sehr viel erreicht. Ich bin nie zu einem Olympiastützpunkt gewechselt, sondern habe immer versucht, meinen eigenen Weg zu gehen – auch mit der Hilfe des Vereins. Ohne diesen Rückhalt und die Unterstützung wäre vieles nicht möglich gewesen.</p>
<p><em>Wenn du heute auf die Zeit seit dem ersten SPORTHEILBRONN-Interview zurückblickst – was nimmst du für dich mit?</em><br /><strong>Eduard Popp:</strong> Dass Entwicklung Zeit braucht. Dass man nicht immer alles kontrollieren kann, aber immer entscheiden kann, wie man damit umgeht. Ich bin nicht weniger ehrgeizig geworden, aber bewusster. Ich höre mehr auf meinen Körper, auf meinen Kopf – und ordne Dinge anders ein. Ringen hat mir beigebracht, für Ziele zu arbeiten, Rückschläge auszuhalten und trotzdem dranzubleiben. Das sind Dinge, die weit über den Sport hinausgehen.</p>
<p><em>Mit Weingarten hast du es in dieser Saison in das Bundesliga-Finale geschafft. Wie lange bleibst du dem Ringsport noch erhalten?</em><br /><strong>Eduard Popp:</strong> Solange mein Körper mitmacht und die Motivation da ist. In Weingarten haben wir ein tolles Team, professionelle Strukturen und noch einige Ziele. Es macht mir immer noch sehr viel Spaß und ich freue mich tatsächlich jedes Wochenende auf den Kampf.</p></div>
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		<title>Corey Mapes: Stolz auf das Erreichte</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/corey-mapes-stolz-auf-das-erreichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 10:23:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 39]]></category>
		<category><![CDATA[Eishockey]]></category>
		<category><![CDATA[SPORTHEILBRONN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>https://sportheilbronn-magazin.de</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong><em>Der Name Corey Mapes ist jedem ein Begriff, der sich in Heilbronn nur ansatzweise für Eishockey interessiert. Nach über 600 Spielen nennen die Fans der Heilbronner Falken den Verteidiger liebevoll „Eishockeygott“. Doch der Schwaigerner, der ein echtes Eigengewächs des Heilbronner EC ist, hatte auch mal die ganz große Karriere im Blick. Als wir ihn und Daniel Fischbuch 2016 für die erste SPORTHEILBRONN-Ausgabe besucht hatten, spielte er bei der Düsseldorfer EG in der Deutschen Eishockey-Liga. Der damalige DEG-Co-Trainer Tobias Abstreiter bescheinigte ihm bei unserem Gespräch „gute Voraussetzungen für eine tolle Laufbahn“. Knapp zehn Jahre später werfen wir gemeinsam mit Corey nochmal einen Blick zurück auf seine letzten zehn Jahre. Einleitung: Ralf Scherlinzky / Text: Lara Auchter</em></strong></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Corey, unser erstes Treffen liegt inzwischen fast zehn Jahre zurück. Damals im April 2016 in Düsseldorf, du warst 23, DEL-Spieler – und wir haben dich und Daniel Fischbuch als „die Heilbronner DEL-Jungs“ vorgestellt. Wenn du heute darauf zurückblickst: Was kommt dir als Erstes in den Sinn?</em><br /><strong>Corey Mapes:</strong> Ehrlich gesagt, wie schnell alles gegangen ist. Damals dachte man noch, man hat alle Zeit der Welt. Ich weiß noch genau, wie ihr mit dem Fotografen nach Düsseldorf gekommen seid, wir im hinteren Bereich der Arena saßen und einfach quatschten – alles war so locker und unbeschwert. Und ein paar Wochen später hieß es plötzlich, der Vertrag wird nicht verlängert. So schnell kann sich im Profisport alles drehen.</p>
<p><em>Kam das Ende in Düsseldorf für dich überraschend?</em><br /><strong>Corey Mapes:</strong> Ja, schon. Ich war gerade aus dem Förderlizenzalter raus und es lief eigentlich ordentlich. Aber dann steht man plötzlich vor der Entscheidung: Bin ich für den Verein ein fester Top-Sechs-Verteidiger oder eher nur die Nummer sieben, die wenig Eiszeit bekommt? Und wenn sich ein Klub verjüngen möchte, bist du schnell raus. Rückblickend war es eine harte, aber wichtige Erfahrung.</p>
<p><em><a href="https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2026/01/Corey-Mapes-Magazin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-16454 alignright size-medium" src="https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2026/01/Corey-Mapes-Magazin-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Danach ging dein Weg über Kassel zurück nach Heilbronn. Wie bewusst war diese Entscheidung?</em><br /><em><strong>Corey Mapes:</strong></em> Sehr bewusst, und gleichzeitig auch ein Stück weit ein Schritt ins Ungewisse. Kassel war Zweitligameister, ich hatte sportlich zwar kein schlechtes Jahr, aber es hat nicht gereicht für den Weg zurück in die DEL. Und dann kam Heilbronn. Die Falken haben vier Jahre zuvor immer Playdowns gespielt und es war kein einfacher Standort. Aber ich dachte mir, warum nicht? Ich bin wieder daheim und kann hier etwas aufbauen. Und je älter man wird, desto klarer wird einem, dass der Weg nach oben nicht immer realistisch ist.</p>
<p><em>Heute bist du die Identifikationsfigur bei den Heilbronner Falken, hast über 600 Spiele absolviert und bist Fanliebling. Hättest du dir das damals vorstellen können?</em><br /><strong>Corey Mapes:</strong> Nein, überhaupt nicht. Ich bin denke ich mit der Zeit da hineingewachsen. Hier in Heilbronn bin ich groß geworden, hier kennt man mich, ich kenne die Leute, die Fans, die Sponsoren. Diese Leidenschaft, die ich hier empfinde, könnte ich bei keinem anderen Klub eins zu eins reproduzieren. Das hat man nur beim Heimatverein und das ist etwas Besonderes.</p>
<p><em>Wie nimmst du deinen Spitznamen „Eishockeygott“ auf?</em><br /><em><strong>Corey Mapes:</strong> </em>Das nehme ich mit einem Augenzwinkern hin (lacht). Ich weiß, dass das nicht wegen vielen Toren oder Highlights ist. Die Leute wissen, wie ich ticke. Ich arbeite hart, blocke Schüsse, übernehme Verantwortung und stehe für das Team ein. Dass die Fans das sehen und wertschätzen, bedeutet mir extrem viel.</p>
<p><em>Sportlich ging es mit Heilbronn lange stetig nach oben, besonders in der Corona-Saison deutete alles auf die DEL2-Meisterschaft hin. Dann folgte 2023 der Absturz in die Drittklassigkeit. Wie hast du diese Phase erlebt?</em><br /><strong>Corey Mapes:</strong> Das war hart, keine Frage. Wir hatten Jahre, in denen wir konstant in den Playoffs waren. Und dann gerätst du plötzlich in einen Strudel, aus dem du nicht mehr rauskommst – und dann steigst du ab. So ist der Sport. Trotzdem: Ich sehe Heilbronn weiterhin als Standort für die DEL2. Einfach wird es nicht, aber ich würde sehr gerne noch einen Aufstieg mit den Falken erleben.</p>
<p><em>Parallel hat sich dein Leben privat stark verändert.</em><br /><strong>Corey Mapes:</strong> Total. Wir haben ein Haus gebaut und eine Familie gegründet. Mit Familie und Kindern verschieben sich Prioritäten automatisch. Du denkst langfristiger und irgendwann weißt du: Hier willst du bleiben. Hier ist deine Heimat.</p>
<p><em>Gab es irgendwann mal Gedanken, es doch noch einmal in der DEL zu versuchen?</em><br /><strong>Corey Mapes:</strong> Realistisch gesehen nein. Mit 25, 26 ist der Zug für viele deutsche Spieler einfach abgefahren. Ich habe mich bewusst für diesen Weg entschieden, den ich gegangen bin. Und wenn ich heute sehe, was ich mir hier in Heilbronn aufgebaut habe, bereue ich nichts.</p>
<p><em>Wie lange möchtest du noch aktiv spielen? Und denkst du schon an die Zeit nach der aktiven Karriere?</em><br /><strong>Corey Mapes:</strong> Solange es mir Spaß macht und ich mithalten kann, werde ich auch noch spielen. Ich bin jetzt 33, fühle mich gut und habe noch Lust. Im besten Fall spiele ich noch ein paar Jahre – idealerweise mit einem Aufstieg. Für die Zukunft weiß ich nur eines – Trainer zu werden, kann ich mir Stand jetzt nicht vorstellen. Eher etwas im organisatorischen oder sportlichen Managementbereich. Oder vielleicht auch etwas komplett anderes. Durch den Sport und die Sponsoren hat man ein Netzwerk, das viele Möglichkeiten eröffnet.</p>
<p><em>Wenn du heute auf deine Karriere zurückblickst – was überwiegt?</em><br /><strong>Corey Mapes:</strong> Zufriedenheit. Klar hätte manches anders laufen können. Aber ich habe über 600 Spiele gemacht, bin Führungsspieler und habe mir in Heilbronn einen Namen gemacht. Das erfüllt mich. Ich bin stolz darauf, was ich hier erreicht habe – und darauf, dass ich diesen Weg so gegangen bin.</p></div>
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		<title>Daniel Wörz: Erfolge, Rückschläge, Comebacks</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/daniel-woerz-erfolge-rueckschlaege-comebacks/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 10:23:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 39]]></category>
		<category><![CDATA[SPORTHEILBRONN]]></category>
		<category><![CDATA[Turnen]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><em><strong>Tragisch – dieser Begriff kommt einem ganz schnell in den Sinn, denkt man an die Karriere von Daniel Wörz. Schon vor dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Junioren-EM 2018 hatte der Turner der TG Böckingen mit einer Verletzung zu kämpfen, die ihn fast die Teilnahme gekostet hätte. Immer wieder musste der hoch veranlagte Neckargartacher gesundheitliche Rückschläge verkraften – meist dann, wenn er sich gerade wieder in die Riege der deutschen Spitzenturner zurückgekämpft hatte. Auch jetzt befindet sich der mittlerweile 25-Jährige auf dem Weg zurück. Wir haben uns vor dem Jahreswechsel nochmal mit dem Wahl-Berliner unterhalten und sagen an dieser Stelle: Daniel, jetzt reicht‘s mit Verletzungen! Ab sofort bitte nur noch sportliche Erfolgsmeldungen! Einleitung: Ralf Scherlinzky / Text: Lara Auchter</strong></em></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><em>Daniel, wir sprechen in einer Phase, in der du gerade wieder auf dem Weg zurück von einer schweren Verletzung bist. Wie geht es dir aktuell?</em><br />
<strong>Daniel Wörz:</strong> Ehrlich gesagt wieder deutlich besser. Ich kann inzwischen fünf Geräte gut trainieren und die Schulter macht große Fortschritte. Natürlich bin ich noch nicht komplett beschwerdefrei, vor allem an den Ringen braucht es Zeit – aber im Vergleich zu den letzten anderthalb Jahren fühlt sich das gerade wie ein echter Schritt nach vorne an.</p>
<p><em>Trotzdem kam im Spätjahr ein medizinischer Schockmoment inklusive Krankenhausaufenthalt dazu. Was war los?</em><br />
<strong>Daniel Wörz:</strong> Ja, das war heftig. Ich bin mit starken Schmerzen im Unterarm aufgewacht und plötzlich war alles rot geschwollen und die Lymphbahnen entzündet. Am Ende war es eine Lymphangitis, ausgelöst vermutlich durch kleinste Hautrisse. Ich hing plötzlich am Tropf und war komplett eingegipst. Das kann, wenn man es nicht rechtzeitig erkennt, richtig gefährlich werden. Zum Glück wurde schnell reagiert.</p>
<p><em>Für einen Leistungssportler ist so etwas mental fast genauso belastend wie körperlich…</em><br />
<strong>Daniel Wörz:</strong> Absolut. Vor allem, weil es genau in eine Phase gefallen ist, in der es endlich wieder lief. Ich war gut vorbereitet, wollte bei mehreren Bundesliga-Wettkämpfen starten und hatte die Nationalmannschaftsqualifikation im Blick. Und dann das. Aber ich kenne Rückschläge leider zu gut. Entscheidend ist, sich davon nicht komplett runterziehen zu lassen.</p>
<p><em>Wenn man deine Karriere betrachtet, reiht sich Erfolg an Verletzung: EM-Bronze, Weltcup-Debüt, dann ein Bandscheibenvorfall, Schulter-OP und jetzt die Entzündung. Wie blickst du selber auf diesen Weg?</em><br />
<strong>Daniel Wörz:</strong> Es war brutal. Nach dem Übergang in den Seniorenbereich ging es eigentlich ständig auf und ab. 2019 kamen die ersten größeren Probleme, dann Corona, dann der Bandscheibenvorfall. Daraufhin folgten eine lange Reha, zahlreiche Comebackversuche und wieder einige Rückschläge. 2024 schaffte ich es endlich zurück ins Nationalmannschaftsumfeld, nur damit ich mir zum Auftakt direkt die Schulter komplett kaputt mache. Das ist schon schwer zu verdauen.</p>
<p><em>Gab es Momente, in denen du ernsthaft ans Aufhören gedacht hast?</em><br />
<strong>Daniel Wörz:</strong> Ja, definitiv. Gerade in den Phasen, in denen man monatelang trainiert, alles investiert, und der Körper einfach nicht mitmacht. Aber jetzt, vor allem in den letzten Monaten, war das Training wieder wie Balsam für die Seele. Ich habe gemerkt: Da ist noch Potenzial. Und das will ich mir nicht nehmen lassen.</p>
<p><em>Was treibt dich an, immer wieder zurückzukommen?</em><br />
<strong>Daniel Wörz:</strong> Der Gedanke, dass noch etwas möglich ist. Wenn ich meine Leistungen mit den Sportlern auf nationalem Niveau vergleiche, sehe ich, dass ich mithalten kann. Solange mein Körper mitspielt, will ich wissen, wie weit es noch gehen kann.</p>
<p><em>Gleichzeitig muss man realistisch an die Zukunft denken. Wie sehen deine Gedanken für die Zeit nach der Karriere aus?</em><br />
<strong>Daniel Wörz:</strong> Perspektivisch kann ich mir ein Studium bei der Polizei sehr gut vorstellen – wegen der Abwechslung, der körperlichen Komponente und der Verantwortung. Aber das geht nur, wenn der sportliche Teil abgeschlossen oder klar geregelt ist. Parallel ein anspruchsvolles Studium zu starten, funktioniert auf diesem Niveau kaum.</p>
<p><em>Bei Leistungssportlern spielt der Kaderstatus immer eine große Rolle, vor allem in finanzieller Hinsicht. Es dürfte für dich schon allein deshalb wichtig sein, wieder den Sprung zurück in einen der Kader des Deutschen Turner-Bunds zu schaffen&#8230;</em><br />
<strong>Daniel Wörz:</strong> Ja, natürlich. Das darf man nicht ausblenden, denn finanzielle Förderung und Unterstützung hängt komplett am Leistungsnachweis. Deshalb ist das kommende Jahr extrem wichtig für mich. Ich habe noch Zeit, die Schulter vollständig auszukurieren, dann lautet das Ziel aber, spätestens im Frühjahr wieder alle sechs Geräte wettkampffähig zu turnen und mich für den Kader zu empfehlen.</p>
<p><em>Trotz allem spürt man bei dir keinen Zynismus, sondern eher Kampfgeist.</em><br />
<strong>Daniel Wörz:</strong> Vielleicht auch Sturheit (lacht). Aber ich habe so viel investiert, so viel durchgestanden – da will ich am Ende sagen können: Ich habe alles versucht. Wenn ich irgendwann aufhöre, dann nicht, weil ich aufgegeben habe, sondern weil ich entweder alles gezeigt habe, was ich kann, oder der Körper wirklich nicht mehr mitmacht.</p>
<p><em>Was wünschst du dir für die kommenden Monate?</em><br />
<strong>Daniel Wörz:</strong> Vor allem verletzungsfrei zu bleiben. Der Rest kommt über gutes Training. Wenn ich nächstes Jahr gesund Wettkämpfe turnen und mir selbst beweisen kann, dass sich dieser harte Weg gelohnt hat – dann wäre ich wirklich stolz auf mich.</div>
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		<title>Sebastian Heymann: Von Horkheim zur Olympia-Silbermedaille</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/sebastian-heymann-von-horkheim-zur-olympia-silbermedaille/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 10:23:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 39]]></category>
		<category><![CDATA[Handball]]></category>
		<category><![CDATA[SPORTHEILBRONN]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>https://sportheilbronn-magazin.de</p>
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					<h1 class="entry-title">Sebastian Heymann: Von Horkheim zur Olympia-Silbermedaille</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Es war der 20. Februar 2016 in Heilbronn-Horkheim bei Familie Heymann. Martin Heymann begrüßte seinen alten Schulkameraden an der Haustür, Sabine Heymann hatte für die Besucher einen Käsekuchen gebacken. Und dann war da noch Basti, der baumlange 17-jährige Sprössling der beiden, um den es bei unserem Besuch gehen sollte. Sebastian Heymann, der sich gerade auf sein Abitur am Justinus-Kerner-Gymnasium vorbereitete, trug zu diesem Zeitpunkt zwar schon noch den Stempel „Supertalent“, hatte die Rolle des Ausnahmetalents aus dem eigenen Nachwuchs aber eigentlich bereits abgelegt. Beim TSB Horkheim in der dritten Liga war er längst zum Leistungsträger geworden. Er hatte seinen ersten Einsatz in der B-Nationalmannschaft hinter sich, war Teil des Elitekaders des Deutschen Handball-Bunds und hatte schon die ersten Male beim Bundesligisten FRISCH AUF! Göppingen mittrainiert. Der Weg für eine erfolgreiche Profikarriere war vorgezeichnet. Heute, mit 27 Jahren als feste Größe bei den Rhein-Neckar Löwen, kann Basti Heymann auf viele Highlights zurückblicken, allen voran auf den Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Doch er musste auch immer wieder gesundheitliche Rückschläge wegstecken – unter anderem zwei Kreuzbandrisse, einen Mittelfußbruch, eine verletzte Schulter und einen lädierten Ellbogen. Für die letzte SPORTHEILBRONN-Ausgabe haben wir uns mit dem 46-fachen A-Nationalspieler nun nochmal über seine Ups und Downs der letzten zehn Jahre ausgetauscht. Einleitung: Ralf Scherlinzky / Text: Lara Auchter</strong></em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Basti, unser erstes Gespräch liegt zehn Jahre zurück. Damals warst du 17 und noch Schüler, hast dich gerade auf das Abitur vorbereitet und beim TSB Horkheim gespielt. Wenn du heute auf diese Zeit zurückblickst – wie fühlt sich das an?</em><br /><strong>Sebastian Heymann:</strong> Es ist auf der einen Seite unglaublich lange her, und gleichzeitig fühlt es sich an wie gestern. Ich sehe sofort die Stützpunkttrainings, die A-Jugend-Bundesliga, meine ersten Spiele in der dritten Liga. Für mich war das damals der Wahnsinn – eine komplett neue Welt. Die U18-EM in Kroatien mit der Bronzemedaille und dem All-Star-Team, kurz darauf mein erster Profivertrag in Göppingen sowie im September 2016 das Bundesligadebüt in Minden, direkt nach einem Drittliga-Spiel mit Horkheim am Vortag. Diese Phase hat mich extrem geprägt und war ein enorm wichtiger Teil meiner Entwicklung.</p>
<p><em>Du hattest in deiner Karriere schon einige teils schwere Verletzungen. Was macht das mit einem Spieler?</em><br /><strong>Sebastian Heymann:</strong> Natürlich wünscht man das niemandem. Aber es gehört zum Sport. Manche haben Glück, manche haben mehr Pech – ich würde mich eher zur zweiten Gruppe zählen. Vom Mittelfußbruch über Schulter- und Ellenbogenprobleme bis hin zu mehrfachen Kreuzbandrissen war alles dabei. Jede Verletzung wirft dich zurück, reißt dich raus aus dem Rhythmus, aus dem Team, aus dem Alltag. Aber jede Verletzung hat mich auch stärker gemacht. Das klingt nach einem Spruch, aber es ist wirklich so: Die Rückschläge haben mich geprägt, geerdet und mir eine andere Perspektive gegeben.</p>
<p><em>Was hat dir in diesen schwierigen Zeiten am meisten geholfen?</em><br /><strong>Sebastian Heymann:</strong> Ganz klar die Bindung zur Heimat, meine Familie und mein Umfeld. Meine Eltern, Großeltern, meine Schwester – und später natürlich auch meine Frau. Dazu enge Freunde, die mich abgelenkt haben und einfach normal waren, wenn alles andere verrückt war. Ohne diese Menschen hätte ich manche Phasen vielleicht nicht so durchgestanden. Und ich habe versucht, mich trotz allem nie als Mensch zu verändern. Das war mir immer wichtig.</p>
<p><em>Du hast als junger Mann dann ziemlich früh dieses Umfeld und Horkheim verlassen. Wie war der Schritt vom Talent zum Profi und von der dritten Liga in die Bundesliga?</em><br /><strong>Sebastian Heymann:</strong> Das war wild für mich (lacht). Gerade erst Abitur gemacht, und plötzlich stehst du täglich mit gestandenen Bundesligaspielern auf der Platte. Zweimal am Tag Training, dazu Athletiktraining, Ernährungspläne, und dann das Aufpassen auf den Schlafrhythmus. Auch Videoarbeit und Fan- oder Sponsorenveranstaltungen standen plötzlich an. Ich habe alles aufgesaugt und es, nachdem die anfängliche Nervosität vorüber war, auch genossen. Es war eine wunderschöne und spannende Zeit.</p>
<p><em>Und irgendwann wurde auch aus dem Traum Nationalmannschaft Realität …</em><br /><strong>Sebastian Heymann:</strong> Für mich war das Nationalteam tatsächlich immer nur ein Traum – nie ein Ziel, weil ich soweit gar nicht gedacht habe. Mein Ziel war eigentlich, die dritte Liga in Horkheim zu spielen. Als ich dann 2019 mein Debüt für die A-Nationalmannschaft gegeben habe, war das unfassbar. Auf einmal läufst du mit Spielern ein, zu denen du früher aufgeschaut hast. Du hörst die Hymne und hast eine volle Halle – der absolute Wahnsinn.</p>
<p><em>Mit welchen Erinnerungen schaust du auf dein Debüt zurück?</em><br /><strong>Sebastian Heymann:</strong> Es war emotional für mich. Das war in Düsseldorf gegen die Schweiz – am 9. März 2019. Ich hatte definitiv Pipi in den Augen, als ich in der Halle stand und realisierte, was gerade eigentlich passierte. Ich erinnere mich gerne daran zurück, denn genau diese Momente sind es auch, die mich jedes Mal durch schwere Reha-Phasen tragen.</p>
<p><em>Einer deiner größten Momente und vermutlich auch das bisherige Karrierehighlight waren dann bestimmt die Olympischen Spiele 2024 mit dem Gewinn der Silbermedaille, oder?</em><br /><strong>Sebastian Heymann:</strong> Absolut. Zuerst stand ja eigentlich Olympia 2020 an, das konnte ich aber wegen meiner Knieverletzung komplett abhaken. Als es dann wegen Corona verschoben wurde, kämpfte ich mich zurück, spielte eine gute Saison – und wurde am Ende doch nicht nominiert. Das tat brutal weh und ich habe ein bisschen gebraucht, um das zu verarbeiten. Dann kamen die Spiele in Paris und ich war zunächst auch nicht im Kader – bin dann aber nachgerückt. Und es war wirklich das Highlight. Angefangen beim olympischen Dorf mit den ganzen Athleten, die man nur vom Fernsehen kennt. Die besondere Atmosphäre, von der jeder spricht. Dann natürlich das verrückte Viertelfinale gegen Frankreich und der beste Moment von allen – das Umhängen der Silbermedaille. Das war wahrscheinlich das Größte, was ich bisher erleben durfte. Das sind Erlebnisse, die ich nie vergessen werde.</p>
<p><em>Du baust dir gerade auch ein zweites Standbein auf und machst parallel eine Ausbildung. Wie kam das zustande?</em><br /><strong>Sebastian Heymann:</strong> Tatsächlich aufgrund meiner ersten schweren Verletzung. Der Mannschaftsarzt fragte, ob ich eine Sportunfähigkeitsversicherung habe – da wurde mir klar, wie wenig man als junger Sportler eigentlich über solche Themen weiß. Finanzielle Bildung ist enorm wichtig und etwas, das besonders Profisportlern fehlt. Deshalb mache ich heute eine Ausbildung zum Finanz- und Vermögensberater, alles digital, neben dem Handball. Das wird länger als drei Jahre dauern, aber das ist mir egal. Es ist ein gutes zweites Standbein und etwas, womit ich mir meine Zukunft absichere, wenn es mit dem Sport mal zu Ende geht.</p>
<p><em>Die aktuelle Saison mit den Rhein-Neckar Löwen läuft nicht reibungslos und ihr habt euch noch nicht unter den Topteams in der Tabelle positioniert. Wie geht man als Spieler damit um?</em><br /><strong>Sebastian Heymann:</strong> Mit Geduld und harter Arbeit. Rückschläge kenne ich besser als viele andere. Wenn es nicht läuft, musst du gemeinsam als Team kämpfen, Gas geben, dich im Training zeigen und in Spielen auch mal deine Mannschaft tragen. Ich möchte gerne in die Nationalmannschaft zurück, und das geht nur über Leistungen im Verein. Das motiviert mich jeden Tag.</p>
<p><em>Wenn du auf die letzten zehn Jahre zurückschaust: Was bleibt?</em><br /><strong>Sebastian Heymann:</strong> Dankbarkeit. Ich lebe weiterhin meinen Traum, und das trotz aller Verletzungen, Rückschläge und vielen verpassten Turnieren, Spielen und Momenten. Aber ich mache das, was mir am meisten Freude macht, und verdiene auch noch mein Geld damit – und ich hoffe, das geht noch viele Jahre genauso weiter.</p></div>
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		<title>Antje Döll &#038; Thomas Zeitz: Aufschwung bei der Sport-Union Neckarsulm</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/antje-doell-thomas-zeitz-sport-union/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 10:11:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 38]]></category>
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		<category><![CDATA[Thomas Zeitz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>https://sportheilbronn-magazin.de</p>
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					<h1 class="entry-title">Antje Döll &#038; Thomas Zeitz: Aufschwung bei der Sport-Union Neckarsulm</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Nach suboptimalen Saisonstarts in den letzten Jahren sind die Bundesliga-Handballerinnen der Sport-Union Neckarsulm erfolgreich in die Saison 2025/26 gestartet. Einer der Erfolgsfaktoren: <a href="https://www.instagram.com/laui5/" target="_blank" rel="noopener">Antje Döll</a>, die Kapitänin der deutschen Handball-Nationalmannschaft, die vom insolventen HB Ludwigsburg nach Neckarsulm gewechselt ist. </strong></em></p>
<p><em><strong>Wir haben uns mit der 37-Jährigen getroffen, um mit ihr über ihren Wechsel und den Traum von einer erfolgreichen Heim-WM (26.11. bis 14.12.2025) zu sprechen. Mit dabei war auch SUN-Coach <a href="https://www.instagram.com/thozei73/" target="_blank" rel="noopener">Thomas Zeitz</a>, der uns unter anderem von den Faktoren für den erfolgreichen Saisonstart in die neue Saison berichtet hat. </strong></em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Ein jubelndes Neckarsulmer Team soll es künftig öfter geben. Fotos: Larissa Eisele (4)</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Thomas, Neckarsulm stand nach den ersten Spieltagen plötzlich dort, wo der Verein noch nie stand. Was hat den Ausschlag dafür gegeben, dass das Team mit 6:2 Punkten in die Saison gestartet war?</h4>
<p><strong>Thomas Zeitz:</strong> Das war das Resultat von Arbeit, guter Mannschaftsentwicklung und ein bisschen Glück. Dass sich in Neckarsulm einige Leute gleich den Tabellenstand ausgedruckt und an die Wand gehängt haben – das sei ihnen gegönnt (lacht). Aber die Mannschaft kann das realistisch einschätzen. Wir haben in keinem Spiel bisher 60 Minuten lang die Sterne vom Himmel gespielt. Aber was sich gegenüber den Vorjahren geändert hat: Wir verlieren die Nerven nicht mehr.</p>
<h4>Inwiefern?</h4>
<p><strong>Thomas Zeitz:</strong> Wir führen in Halle, Buxtehude oder beim Thüringer HC über weite Strecken, dann kommt die Druckphase des Gegners. Früher wären die Spiele noch gekippt. Jetzt bleiben wir ruhig, glauben an uns und ziehen das durch. Wir haben gelernt, cool zu bleiben.</p>
<h4>Was hat dieses neue Mindset ausgelöst?</h4>
<p><strong>Thomas Zeitz:</strong> Das war ein längerer Prozess. Vor zwei Jahren haben wir gesagt: Wir müssen den Kader stabilisieren, können nicht jedes Jahr nur fünf Leute halten und dafür 15 neue holen. Das haben wir jetzt geschafft. Spielerinnen wie Munia Smits oder Lena Ivancok haben sich individuell entwickelt und gemerkt, dass es vorangeht. Dazu kamen gezielte Neuzugänge wie Kamila Kordovska und Paulina Uscinowicz, die beide etwas beweisen wollten. Und dann war plötzlich Antje da – nicht geplant, aber am Ende ein echtes Geschenk.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Antje Döll im Trikot der Sport-Union.</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Antje, du kommst als Kapitänin der Nationalmannschaft zu einem Verein, der bislang eher Underdog war. Wie war dein Einstieg?</h4>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Natürlich erstmal ungewohnt. Du kommst aus einer Mannschaft, die jahrelang deine zweite Familie war, und stehst plötzlich ohne Vorwarnung in einer völlig neuen Umgebung. Aber ich wurde von allen hier unglaublich herzlich aufgenommen. Einige Spielerinnen kannte ich schon, und das hat vieles erleichtert. Und obwohl ich mich erst unterordnen wollte, hat mir die Mannschaft durch die Wahl zur Co-Kapitänin direkt Vertrauen geschenkt. So startet man gerne in eine neue Mannschaft.</p>
<h4>Wie bringt man sich als eine gestandene Bundesliga- und Nationalspielerin in eine bestehende Teamstruktur ein?</h4>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Ich bin kein Typ, der reinkommt und sagt: „Jetzt tanzt alles nach meiner Pfeife.“ Ich habe erstmal beobachtet. Aber klar, mit meiner Erfahrung fordere ich auch mal mehr ein. Bei uns will inzwischen jede Spielerin das Aufwärmspiel gewinnen – das ist gut so (lacht). Führung heißt, zu spüren, wer gerade was braucht: Zuspruch, Motivation oder auch mal einen kleinen Schubser.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Thomas, du hast gesagt, Antje war „nicht geplant, aber ein Geschenk“. Wie kam es zu diesem Transfer?</h4>
<p><strong>Thomas Zeitz:</strong> Als die Insolvenz in Ludwigsburg bekannt wurde, hat das alle im Handball geschockt. Ich habe das zunächst gar nicht geglaubt – und ehrlich gesagt gehofft, dass es nicht passiert. Für den deutschen Handball war das ein Desaster, gerade vor einer Heim-WM. Nach einem Gespräch mit Nationaltrainer Markus Gaugisch habe ich Antje angerufen, und schnell war klar: das passt. Ich habe ihr gesagt, dass ich die Daumen drücke, dass Ludwigsburg gerettet wird. Aber falls nicht – wir haben Interesse.</p>
<h4>Antje, wie hast du diese Situation erlebt? Das Aushängeschild des deutschen Frauen-Handballs gibt kurz vor der Saison überraschend preis, dass es nicht mehr weitergeht …</h4>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Wir haben es einen Tag vor der Presse erfahren und es war ein riesiger Schock. Klar, die Gehälter kamen mal später, aber das ist im Sport nicht unüblich. Doch dass der Geschäftsführer plötzlich nicht mehr erreichbar war, hat uns stutzig gemacht. Trotzdem hat keiner mit einer Insolvenz gerechnet. Als es dann hieß, der Verein ist zahlungsunfähig, war das unfassbar. Ich habe das bis heute nicht ganz verarbeitet. Wir waren plötzlich alle in einer prekären Lage – die meisten mussten umziehen oder sogar in ein anderes Land wechseln, teilweise ihre Familien zurücklassen. Ich hatte Glück, dass Neckarsulm sofort Interesse zeigte und den Wechsel so schnell möglich gemacht hat. Dadurch konnte ich in Bietigheim wohnen bleiben und meinen Job bei der Polizei in Ludwigsburg behalten.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Wie war die Stimmung in der Mannschaft zu dieser Zeit?</h4>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Sehr emotional. Zwei Wochen lang waren Teamtreffen halbe Therapiesitzungen. Wir haben gehofft, gelacht, geweint – sogar gemeinsam Eurojackpot gespielt, um mit dem gewonnenen Geld selbst den Verein zu übernehmen. Nach dem endgültigen Aus war die Devise einfach irgendwie weitermachen. Ich bin ehrlich, ich wünsche keinem Sportler, so etwas zu erleben. Das reißt dir den Boden unter den Füßen weg.</p>
<h4>Und dann kam der Anruf aus Neckarsulm.</h4>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Genau. Thomas rief an, und es war sofort klar, dass es passt. Es hat mir auch unglaublich geholfen zu wissen, dass ich diese Option habe. Ich hatte ein gutes Gefühl, ob menschlich, sportlich und auch organisatorisch. Neckarsulm war die beste Lösung für mich und ich bin froh, dass ich mich so entschieden habe.</p>
<p>&nbsp;</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Antje Döll ist auch vom Siebenmeterpunkt treffsicher.</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Wie hat der Verein das spontan finanziell gestemmt?</h4>
<p><strong>Thomas Zeitz:</strong> Natürlich mussten wir rechnen. Aber wir haben auch unser tolles Sponsorennetzwerk. Wir hatten zufällig genau in dieser Woche eine große Partnerveranstaltung und ich habe gesagt, es könnte eine Chance geben, eine besondere Spielerin zu holen. Namen nannte ich keinen – aber die Sponsoren sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Und plötzlich standen sie Schlange! Keiner hat Bedingungen gestellt oder unrealistische Anforderungen gehabt. Das war pure Unterstützung. Und das spricht für Antje – nicht nur sportlich, sondern auch menschlich.</p>
<h4>Was hat sich im Team durch Antje verändert?</h4>
<p><strong>Thomas Zeitz:</strong> Sie bringt Professionalität, Präsenz und Ruhe. Sie lebt, was sie sagt, und das überträgt sich. Das Bild, das man von außen hat – diszipliniert, klar, fair – stimmt zu hundert Prozent und entspricht dem Menschen, der jetzt bei uns in der Kabine steht.</p>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Ich muss dazu sagen, ich habe hier eine Mannschaft vorgefunden, die es auch richtig will. Das hat mir den Einstieg leicht gemacht. Ich glaube, jede von uns weiß, hier passiert etwas, das langfristig Bestand haben kann, und ich bin stolz, meinen Beitrag dazu leisten zu können.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Thomas Zeitz: Motivator, Taktiker, Mensch</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Thomas, du hast die Mannschaft vor einigen Jahren in einer schwierigen Phase übernommen. Wie hat sich das entwickelt?</h4>
<p><strong>Thomas Zeitz:</strong> Als ich hier anfing, war vieles unsortiert. Wir standen nach dem Großteil der Saison teilweise immer noch ohne Sieg da, das war hart. In neun von zehn Fällen ist man da seinen Job los. Aber der Verein hat Geduld bewiesen und wir haben Schritt für Schritt Struktur aufgebaut, sportlich, wirtschaftlich und auch menschlich. Ich wollte, dass wir unabhängig werden von Einzelpersonen, denn früher hat unser Hauptsponsor viel privat finanziert. Ich habe gesagt, das darf nicht sein. Wenn diese Person irgendwann aufhört, muss der Verein weiterlaufen. Aber das war ein zweijähriger Prozess und heute steht Neckarsulm auf eigenen Beinen – das macht mich stolz.</p>
<h4>Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Sponsoren verändert?</h4>
<p><strong>Thomas Zeitz:</strong> Früher kamen 20 Leute zu einem Sponsorenabend. Dieses Jahr waren es 170! Die Mannschaft macht da auch mit, verteilt Nikolausgeschenke, besucht Firmen, hält Vorträge – das schafft Identifikation. Ich sage immer: Zeig die Menschen, nicht nur das Ergebnis. Wenn du authentisch bist, bekommst du Unterstützung zurück. Und unsere Spielerinnen machen das nicht widerwillig. Im Gegenteil – beim ersten Mal wollten sie gar nicht mehr aufhören mit den Nikolausgeschenken. So entsteht etwas Nachhaltiges.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Wenn man dich so reden hört, wirkt das alles sehr reflektiert. Wie wichtig ist Kommunikation in deiner Arbeit?</h4>
<p><strong>Thomas Zeitz:</strong> In unserem Sport sehr wichtig, denn Handball musst du leben. Bei uns ist vieles Kommunikation, ob mit Spielerinnen, Sponsoren oder Fans. Ich bin überzeugt, dass Empathie und Offenheit mehr bringen als Kontrolle. Wir haben gelernt, dass Identifikation das Kapital ist, das bleibt, wenn der Ball mal nicht ins Tor geht.</p>
<h4>Antje, wie schaffst du es, Nationalmannschaft, Verein und Polizei unter einen Hut zu bringen?</h4>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Ich bin bei der Polizei in Ludwigsburg, aber durch die Sportförderung kann ich mir meine Zeit flexibel einteilen. Ich bin selten im Einsatzalltag, dafür regelmäßig im Training oder bei Lehrgängen. Ohne diese Unterstützung wäre Leistungssport auf dem Niveau kaum machbar.</p>
<h4>Die Heim-Weltmeisterschaft steht bevor. Wie groß ist die Vorfreude bei der DHB-Kapitänin?</h4>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Riesig! Ich denke fast jeden Tag daran. Eine Heim-WM ist etwas Einmaliges – du spürst die Energie und Begeisterung. Die Vorrundenspiele sind schon ausverkauft, das wird Gänsehaut pur. Aber es geht nicht nur um sportlichen Erfolg. Wir haben die Verantwortung, Frauenhandball in Deutschland sichtbarer zu machen. 2017 hatten wir auch schon ein Heimturnier und da war medial kaum etwas los, das darf diesmal nicht passieren. Deshalb ist die Kampagne „Hands up for more“ wichtig: Sie steht für mehr Gleichberechtigung, mehr Aufmerksamkeit, mehr Mädchen, die anfangen Handball zu spielen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Was genau steckt dahinter?</h4>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Da geht es um konkrete Aktionen: kostenlose Ausbildung für weibliche Schiedsrichterinnen, Aufklärung über Gleichberechtigung, offene Medienarbeit. Wir Spielerinnen sind eingebunden, geben Interviews, drehen Videos und erzählen unsere Geschichten. Ich durfte beim Kampagnenvideo mitmachen mit den beiden Sängerinnen, die den Song aufgenommen haben. Der Dreh war echt witzig aber auch anstrengend – acht Stunden für ein paar Sekunden Szene (lacht). Aber das Ergebnis ist klasse und ich kann mir richtig vorstellen, wie der Song in einer vollen Halle läuft und alle mitmachen.</p>
<h4>Wie gehst du und die Mannschaft mit dem Druck um, wenn ganz Handball-Deutschland hinschaut?</h4>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Druck ist immer da – egal ob man gewinnt oder verliert. Deshalb ist mein Ansatz: genießen. Diese Heim-WM ist unsere Chance, zu zeigen, was wir können – sportlich und menschlich. Ich hoffe, wir schaffen dieses Mal auch den Sprung ins Halbfinale und wenn alles zusammenläuft, ist sogar eine Medaille drin. Normalerweise spielen wir vor Heimpublikum immer stark. Aber wichtiger ist: Wir wollen Menschen mitnehmen und Frauenhandball sichtbar machen. Das ist unser Auftrag.</p>
<h4>Letzte Frage: Was wünscht ihr euch für die nächsten Monate?</h4>
<p><strong>Antje Döll:</strong> Gesund zu bleiben – und den Spirit, den wir gerade haben, so lange wie möglich zu behalten. Ich hoffe, dass wir eine gute WM erleben und den Schwung mit in den Ligaalltag nehmen können. Wenn wir weiter so arbeiten, kann das eine sehr besondere Saison werden.</p>
<p><strong>Thomas Zeitz:</strong> Ich schließe mich an. Wir wollen uns weiterentwickeln, stabil bleiben, die Euphorie des Saisonstarts und der Heim-WM mitnehmen und weiterarbeiten. Euphorie ohne Arbeit ist heiße Luft. Aber Euphorie mit Arbeit – das ist eine richtig gute Mischung.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Antje Döll. Foto: LUMEOS</em></p></div>
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<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://sportheilbronn-magazin.de/antje-doell-thomas-zeitz-sport-union/">Antje Döll &#038; Thomas Zeitz: Aufschwung bei der Sport-Union Neckarsulm</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://sportheilbronn-magazin.de">sportheilbronn Magazin</a>.</p>
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		<title>Mentale Gesundheit:  Sportler berichten vom Druck im Sport</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/mentale-gesundheit-druck-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 10:11:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 38]]></category>
		<category><![CDATA[Mentalcoaching]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzensport]]></category>
		<category><![CDATA[SPORTHEILBRONN]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">https://sportheilbronn-magazin.de/?p=16183</guid>

					<description><![CDATA[<p>https://sportheilbronn-magazin.de</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://sportheilbronn-magazin.de/mentale-gesundheit-druck-im-sport/">Mentale Gesundheit:  Sportler berichten vom Druck im Sport</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://sportheilbronn-magazin.de">sportheilbronn Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>https://sportheilbronn-magazin.de</p>
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					<h1 class="entry-title">Mentale Gesundheit:  Sportler berichten vom Druck im Sport</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><em><strong>Mentale Herausforderungen und <a href="https://sport-s.de/spitzensport-im-fokus-druck-fehler-existenzaengste/" target="_blank" rel="noopener">Druck im Leistungssport</a> – ein Thema, das uns seit Langem beschäftigt und in der Öffentlichkeit viel zu wenig präsent ist. Auch im regelmäßigen Austausch mit unserem Gesundheitspartner AOK Stuttgart-Böblingen dreht sich vieles um Mental Health. Deshalb widmen wir diesem Thema nun wieder einen größeren Magazinbeitrag.</strong></em></p>
<p><em><strong>Wir haben zehn Sportlerinnen und Sportler aus der Region zu einer Gesprächsrunde in die Libermenta Privatklinik Schloss Freudental eingeladen und dabei Unterstützung von einer Expertin für Sportpsychiatrie und Sportpsychotherapie bekommen: Dr. Petra Dallmann ist nicht nur Chefärztin der psychiatrischen Klinik, Psychotherapeutin am Olympiastützpunkt Heidelberg und ehemalige Olympia-Schwimmerin, sie hat mit „Athletes in Mind“ auch eine Online-Plattform als kompetente Anlaufstelle für Sportlerinnen und Sportler mit psychischen Problemen ins Leben gerufen. </strong></em><em><strong>Auszüge aus der zweieinhalbstündigen Diskussion geben wir hier für unsere Leser wieder.</strong></em></p>
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						<h4 class="et_pb_module_header"><span>Autor: <a href="https://sportheilbronn-magazin.de/author/lara/" target="_self">Lara Auchter</a></span></h4>
						
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				<div class="et_pb_text_inner"><em>Stehend von links: SPORT.S-Redakteurin Lara Auchter, Katharina Schiele, Dr. Petra Dallmann, Stefanie Megerle, Madeleine Mohrhardt, Elisabeth Brandau, Martin Jiranek, Markus Pommer. Kniend von links: David Wrobel, Yannik Gerland, Tizian Lauria, SPORT.S-Herausgeber Ralf Scherlinzky, Kerstin Laib. Fotos: Iris Drobny</em></div>
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				<div class="et_pb_text_inner">Im Vorfeld der Gesprächsrunde wollten wir in einer anonymen Instagram-Umfrage von den Leistungssportlern unter unseren Followern wissen, wer im Mental Health-Bereich schon mit welchen Themen zu tun hatte. 36 Prozent der Teilnehmer stellten schon mal über einen längeren Zeitraum eine gesteigerte Reizbarkeit bei sich fest. Je 27 Prozent klagten über Antriebslosigkeit und Angstzustände, neun Prozent über Gewichtsprobleme – Angaben, die sich zum großen Teil auch in unserer bunt zusammengewürfelten Runde widerspiegeln.</p>
<h4>Fast jeder kennt „das Loch“</h4>
<p>„Loch“ war an diesem Abend das wohl meistzitierte Wort, das sowohl im Zusammenhang mit dem Karriereende als auch beim Thema Verletzungen, Niederlagen und Comebacks genannt wurde. Oder auch, wie bei <strong>David Wrobel</strong>, im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen. „Ich bin 2021 nach Tokio in ein olympisches Loch gefallen“, berichtet der ehemalige Diskuswerfer. „Beim Wettkampf in Tokio habe ich mich an meinem bereits operierten Ellbogen verletzt. Als ich wieder zurück in Deutschland war, rief ich meinen Trainer an und erfuhr von seiner Frau, dass er während meines Flugs verstorben war. Mein Ellbogen musste ein zweites und 2022 ein drittes Mal operiert werden. Das war alles zu viel für mich. Ich habe mich ins Auto gesetzt, bin allem entflohen und für eine Woche in die Berge gefahren, wo ich mich zum ersten Mal wieder richtig frei fühlen konnte.“</p>
<p>Von verletzungsbedingten mentalen „Löchern“ berichten auch andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Ich musste wegen einer Verletzung an der Achillessehne drei Monate pausieren und hatte dadurch eine totale Identitätskrise“, erinnert sich <strong>Stefanie Megerle</strong>. „Für mich lag der Fokus nur auf dem Sport. Als dieser plötzlich weg war, wusste ich auf einmal nicht mehr, wer ich war“, so die aus Öhringen stammende Kickboxerin weiter.</p>
<p>Auch<strong> Tizian Lauria</strong> spricht von einer Identitätskrise im Jahr 2024: „Innerhalb von drei Monaten hatte ich mir dreimal das gleiche Band am Fuß abgerissen. Dazu kamen ein Bandscheibenvorfall und zwei Muskelfaserrisse. Der Körper hat komplett gestreikt und auf einmal stand ich ohne mein großes Ziel, die Teilnahme an der Europameisterschaft, da.“</p>
<p><strong>Kerstin Laib</strong> berichtet von Depressionen, als sie „nach einem heftigen Sturz ein halbes Jahr nichts mehr machen“ konnte. Die fünffache Streetboard-Weltmeisterin aus Stuttgart hat aus ihrer Not eine Tugend gemacht und gibt ihre eigenen Erfahrungen mit Ängsten, Blockaden und Stimmungstiefs inzwischen als Mentaltrainerin an andere Sportlerinnen und Sportler weiter – wie auch <strong>Elisabeth Brandau</strong>.</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h5>Yannik Gerland (28)</h5>
<p>ehem. Leichtathlet<br />
Athletenmanager</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h5>Kerstin Laib (44)</h5>
<p>Streetboard<br />
5-fache Weltmeisterin</div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h5>Martin Jiranek (55)</h5>
<p>Eishockey, sportlicher Leiter<br />
Heilbronner Falken</div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h5>Stefanie Megerle (29)</h5>
<p>Kickboxen/Pointfighting<br />
Silber World Games 2025</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h5>Tizian Lauria (22)</h5>
<p>Kugelstoßen<br />
2x U23-Europameister</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Mit dem Karriereende zurechtkommen</h4>
<p>Die Olympia-Teilnehmerin von 2021 im Cyclo-Cross ist gerade jedoch noch selbst in der Identitätsfindungs-Phase, nachdem sie im Frühjahr 2025 mit 39 Jahren ihre aktive Karriere beendet hat. „Ich habe drei Kinder, bin Handwerksmeisterin, selbstständige Heilpraktikerin, habe einen Fahrradladen, gebe Coachings und halte Vorträge. Mit dem Sport konnte ich mir dazu immer einen Ausgleich schaffen und einiges dadurch verarbeiten, dass ich mich auf dem Rad ausgepowert habe. Jetzt ist der Leistungssport nicht mehr da, verarbeiten muss ich aber trotzdem. Es fällt mir schwer, mich jetzt ins ‚normale Leben‘ zu integrieren. Vor kurzem habe ich nun meinen ersten Triathlon gemacht. Es ist wie eine Sucht“, sagt die Schönaicherin, die schon in ihrer Jugendzeit mit einer Essstörung zu kämpfen hatte.</p>
<p>Im Gegensatz zu Elisabeth Brandau hatte sich <strong>Yannik Gerland</strong> nach seinem Karriereende komplett vom Sport losgesagt. „Ich war 26 und hatte schlichtweg keine Lust mehr auf Sport, ging weder ins Fitnessstudio noch Fußballspielen. Ich wollte das Leben leben, das ich bis dahin nicht gekannt habe. In dieser Zeit bin ich neu nach Stuttgart gezogen und war ganz gut unterwegs, ehe mich ein Freund mit ins Studio genommen hat. Da kam dann die Lust am Sport zurück“, so der aus Baunatal stammende ehemalige 3000-Meter-Hindernis-Läufer, der heute nebenberuflich als Athletenmanager tätig ist.</p>
<p>Obwohl sie ihre aktive Karriere als Schwimmerin schon 2009 beendet hatte, hat auch <strong>Petra Dallmann</strong> noch Momente, an denen sie dem Leistungssport nachtrauert: „Eigentlich ist es lächerlich, aber wenn ich eine Schwimm-WM oder Olympische Spiele anschaue, kommen mir Gedanken an ein Comeback“, so die 46-jährige Heidelbergerin. „Mir fehlen manche Dinge immer noch – dieses Hinarbeiten auf ein Ziel, die Hochs und Tiefs des Sports…“</p>
<p>Von einem soften Übergang nach dem Karriereende berichtet dagegen <strong>Martin Jiranek</strong>. „Ich war nach über 600 Spielen in der Deutschen Eishockey-Liga mit 37 Jahren körperlich müde und musste doppelt so hart trainieren, als mit Mitte 20. Da ich am College in den USA im Rahmen meines Stipendiums eine Ausbildung zum Lehrer gemacht hatte, konnte ich nach dem Ende meiner aktiven Karriere 2007 in Nürnberg direkt als Nachwuchstrainer weitermachen und das Vermissen des Wettkampfs durch den Trainerjob kompensieren“, so der gebürtige Kanadier, der heute als Sportdirektor und Co-Trainer beim Eishockey-Oberligisten Heilbronner Falken tätig ist. „Mein einziger Fehler war, dass ich mich habe überreden lassen, noch in der vierten Liga als Spieler auszuhelfen. Das hat mich dann auch in ein Loch reingezogen, da ich wusste, was ich auf dem Profilevel konnte, und nun erkennen musste, wie wenig davon in der Amateurliga noch übrig geblieben war.“</p>
<p>Da er inzwischen auch in Krefeld, Frankfurt, Nürnberg und Heilbronn als Headcoach tätig war, ist er auch mit „Jiranek raus!“-Rufen vertraut. „Das bin ich gewohnt und es ist immer ein Spaß, das zu hören“, lacht der 55-Jährige. „Ich habe gelernt, dass du im Sport nicht zu hoch fliegen darfst, wenn du gewinnst, weil du am nächsten Tag schon wieder einen heftigen Crash erleiden kannst. Und wenn du verlierst, darfst du dir das nicht zu sehr zu Herzen nehmen, weil es sonst umso schwieriger ist, wieder aufzustehen. Deshalb darf man solche Rufe von den Fans nicht zu nah an sich ranlassen.“</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><em>Spannende Runde zum Thema Mental Health in der Libermenta Privatklinik Schloss Freudental.</em></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Durch Long Covid gerät das Leben aus den Fugen</h4>
<p>In einer extrem schwierigen Lebensphase befindet sich momentan <strong>Katharina Schiele</strong>. Die aus Heilbronn stammende Kugelstoßerin und Rasenkraftsportlerin leidet seit 2022 an einem Post-Covid-Syndrom. „Ich habe Konzentrationsprobleme, Gedächtnisstörungen und Schwindelattacken. Lange wusste niemand, was mit mir los ist und ich hatte schon an mir selbst gezweifelt. Inzwischen bin ich arbeitsunfähig, was große finanzielle Schwierigkeiten mit sich bringt“, erzählt die 25-Jährige, die weiterhin am Olympiastützpunkt Stuttgart trainiert. „Mein ganzes Leben hat sich immer um den Sport gedreht, und plötzlich ist durch die Krankheit alles aus den Fugen geraten.“</p>
<p>Schon öfter wurde Katharina Schiele danach gefragt, weshalb sie immer noch trainiert, wenn sie doch „eh nicht mehr gut“ sei. „Solche Kommentare tun weh. Aber zum einen will man mit 25 nicht so vom Sport abtreten, und zum anderen ist gerade das Training meine Lebensversicherung. Unsere Trainingsgruppe ist wie eine Familie, und wenn es mir richtig schlecht geht und Freunde wie Tizian und David einen blöden Spruch machen, dann päppelt mich das wieder total auf.“</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Mentaler Missbrauch</h4>
<p>Fiese Kommentare wie dieser sind für die Studentin nicht neu: „Bis ich 16 Jahre alt war, habe ich geturnt. Da wurde ich von meinen Trainern wegen meiner Größe und des damit einhergehenden Gewichts gemobbt. Auf der anderen Seite musste ich dann trotz eines Ermüdungsbruchs im Fuß und trotz einer Bindehautentzündung bei Wettkämpfen antreten, weil sie mich gebraucht haben. Als Kind konnte ich das alles nicht einschätzen. Als ich dann mit 14, 15 aber parallel mit der Leichtathletik begonnen habe, konnte ich sehen, dass dies nicht normal ist.“</p>
<p>Tizian Lauria weiß aus eigener Erfahrung genau, wovon Katharina Schiele spricht. „Ich war als Kind auch einen Tag beim Turnen in Stuttgart zum Probetraining. Da wurde ich acht Stunden am Stück angebrüllt. Gottseidank haben meine Eltern gleich die Reißleine gezogen und mich stattdessen zum Leichtathletiktraining gebracht.“</p>
<h4>Die „ganz normale Härte“</h4>
<p><strong>Madeleine Mohrhardt</strong> kennt die Härte des Boxsports schon aus ihrer Amateurzeit. Strenge Gewichtskontrollen, das ständige Notieren von Mahlzeiten, das regelmäßige Wiegen – auch außerhalb von Wettkämpfen – gehörten damals zum Alltag. Das Einhalten des Kampfgewichts war eine ständige Aufgabe, die viel Disziplin verlangte. Oft bedeutete Training nicht nur Technik und Kondition, sondern auch Einheiten mit mehreren Schichten Kleidung übereinander, um durch zusätzliches Schwitzen Gewicht zu verlieren. Für die junge Athletin war das zu dieser Zeit selbstverständlich, sie hinterfragte die Methoden kaum. Rückblickend spricht die heutige Profiboxerin und Sportpsychologin von einer sehr harten Schule, die fordernd und manchmal auch extrem war – eine Phase, die sie geprägt hat und die sie heute mit mehr Abstand einordnen kann.</p>
<p>Martin Jiranek wundert sich darüber, dass es in den Einzelsportarten durchgehend enge Bindungen zwischen jungen Athleten und ihren Trainern gibt: „Im Eishockey ist es so, dass du im Nachwuchs alle zwei Jahre einen neuen Coach bekommst. Und im Profibereich wird dann meist nach eineinhalb Jahren der Trainer rausgeschmissen. Wenn du bei uns einen schlechten Trainer hast, kannst du die Zeit überbrücken, bis ein guter nachkommt. Ich hatte als Spieler bestimmt 25 bis 30 Coaches. Aber bei euch ist das ja eine volle Abhängigkeit, die über eure ganze Karriere entscheiden kann!“</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h5>Elisabeth Brandau (39)</h5>
<p>Radsport<br />
Olympia-Teilnehmerin 2021</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h5>David Wrobel (34)</h5>
<p>Leichtathletik Landestrainer<br />
Olympia-Teilnehmer 2021</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h5>Maddie Mohrhardt (28)</h5>
<p>Profiboxerin<br />
Dt. Meisterin Leichtgewicht</div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h5>Markus Pommer (34)</h5>
<p>Rennfahrer<br />
European Le Mans Cup</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h5>Katharina Schiele (25)</h5>
<p>Kugelstoßen, Rasenkraftsp.<br />
Dt. Hochschulmeisterin</div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_42">
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<div class="et_pb_text_inner">
<h4>Keine Angst, aber Nervosität und Respekt</h4>
<p>Interessiert folgt <strong>Markus Pommer</strong> der Diskussion und berichtet von ganz anderen Herausforderungen im Motorsport. „Du musst natürlich den Spagat zwischen dem Rauskitzeln der letzten Zehntel und dem Abfliegen in der Kurve finden, aber Angst hatte ich dabei eigentlich nie – eher Nervosität und Respekt“, berichtet der Untereisesheimer. „Den eigentlichen Druck hast du abseits der Rennstrecke. In einem Rennteam kommen zahlreiche Menschen aus den verschiedensten Ländern zusammen, die als Einheit funktionieren müssen. Da gibt es viele Reibereien. Und dann teilst du dir bei uns in den Prototypen-Serien das Cockpit mit einem anderen Fahrer – jeder fährt die Hälfte des Rennens, wir sind aber ein Team. Aber sind wir das wirklich? Du musst erst herausfinden, ob dein neuer Kollege tatsächlich mit dir oder gegen dich fährt. Da spielt ganz viel Politik mit“, so der ehemalige Formel-2-Pilot und Deutsche Formel-3-Meister, der schon über 300 Rennen im Auto sowie unzählige im Kart bestritten hat.</p>
<h4>Arbeit mit Mentaltrainern</h4>
<p>Während Markus Pommer („Wenn ich mal ein schlechtes Rennwochenende habe, dann schaue ich gerne meine besten Rennen an, um zu sehen, wen ich schon alles besiegt habe.“) nicht mit einem Mentaltrainer arbeitet, sind sich fast alle anderen Teilnehmer einig, dass Mentaltrainer für Leistungssportler wichtig sind – auch wenn David Wrobel zugibt, dass er als aktiver Sportler immer „einer war, der es lieber mit sich ausgemacht hat“.</p>
<p>Für Tizian Lauria war die Arbeit mit seinem Mentalcoach für seine Titelverteidigung bei der U23-Europameisterschaft essenziell, wie er berichtet: „Die Favoritenrolle im Vorfeld war etwas völlig Neues für mich. Deshalb haben wir gemeinsam eine mentale Taktik ausgearbeitet, um mit der Drucksituation umzugehen. Ich habe mir schon Monate vor dem Wettkampf vorgestellt, wie ich den Moment nach dem Wettkampf erleben würde – wie fühle ich mich, was rieche und schmecke ich, was erlebe ich. Ich habe mir vorgestellt, wie ich meinen Titel verteidige und mit einem Wikingerhelm vor dem norwegischen Publikum meinen Sieg feierte. Das hat geklappt (lacht)“ – siehe Foto auf Seite 20.</p>
<p>Die Bürde der Favoritin kennt auch Stefanie Megerle sehr gut. Die Heilbronner Kriminalpolizistin ist seit 2006 Mitglied der Nationalmannschaft im Kickboxen und gilt seit Jahren als die beste deutsche Pointfighterin in ihrer Gewichtsklasse – jedoch bis Ende 2024 nur so lange, bis eine große internationale Meisterschaft anstand. „Ich wurde mehrfach Vize-Weltmeisterin und habe dort Jahr für Jahr die Finalkämpfe verloren. Bei Europameisterschaften bin ich meist gleich in der ersten Runde rausgeflogen. Ich bin verzweifelt, weil es bei den Saisonhöhepunkten einfach nicht klappen wollte. Besonders hat mich unter Druck gesetzt, wenn mir die Leute gut zugeredet haben: ‚Jetzt aber, Steffi, gell, diesmal klappt es‘ – das war absolut keine Hilfe“, verdreht sie die Augen.<br />
Der Gamechanger war ein Gespräch mit ihrem Freund, einem Kickboxer aus Schottland. „Er hat mir von Gesprächen mit meinen Gegnerinnen berichtet, die allesamt Angst davor hatten, gegen mich zu kämpfen. Das war mir bis dahin nicht bewusst. Seither habe ich es mit mentalem Training geschafft, das zu drehen. Ich konnte 2024 erstmals das EM-Finale erreichen und direkt den Titel holen. Und jetzt habe ich bei den World Games nur um Haaresbreite Gold verpasst.“</p>
<h4>Schockierendes aus den USA</h4>
<p>Yannik Gerland verbrachte insgesamt sechs Jahre mit Sportstipendien an US-amerikanischen Universitäten. „Der Sport hat dort einen ganz anderen Stellenwert, und mit einem Stipendium wird dir jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Drei Viertel der Unis sind besser ausgestattet als die Olympiastützpunkte in Deutschland. Der Erfolgsdruck ist aber gleichzeitig auch enorm, und wenn du nicht performst, verlierst du dein Stipendium – so ging es mir auch“, berichtet der ehemalige Hindernisläufer. „Auch das Thema Mental Health wird dort sehr groß geschrieben und jede Uni hat mehrere Psychologen. Das Problem ist aber, dass die Hemmschwelle, dieses Angebot zu nutzen, zu groß ist. So kommt es, dass sich an jeder Uni pro Jahr fünf bis zehn Leute das Leben nehmen. Das darf eigentlich nicht sein.“</p>
<h4>Fazit</h4>
<p>Egal in welcher Sportart, egal auf welchem sportlichen Level – die Gesprächsrunde hat uns gezeigt: Hinter fast jedem Namen und Erfolg stehen auch dunkle Momente, die es ernstzunehmen gilt. Dies ist im Sport gottseidank inzwischen auch angekommen, wie Petra Dallmann weiß: „Bei meinem Karriereende 2009 gab es noch keinen einzigen Sportpsychiater in Deutschland. Jetzt sind wir ein Netzwerk von rund 50 Kollegen. Das ist noch nicht genug, aber es geht voran.“<br />
Mit ihrer Arbeit an der Libermenta Klinik und mit „Athletes in Mind“ leistet sie aktiv einen großen Beitrag dazu.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><em>Martin Jiranek (Mitte, Sportlicher Leiter des Eishockey-Oberligisten Heilbronner Falken) sagt: „Die besten Trainer müssen gleichzeitig auch Mentaltrainer sein.“</em></div>
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<div class="et_pb_text_inner">
<h3>Athletes-In-Mind.de – Seelische Gesundheit im Leistungssport</h3>
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<div class="et_pb_text_inner">
<p><strong>Seit Dezember 2021 ist die Website <a href="https://www.athletes-in-mind.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener">www.athletes-in-mind.de</a> online, eine Anlaufstelle für Sportlerinnen und Sportler, die Interesse an psychischer Gesundheit im Leistungssport und/oder einen Bedarf an sportpsychiatrischer und psychotherapeutischer Hilfe haben.</strong></p>
<p>Intuitiv und medial vermittelt, verbindet man mit Spitzensportlern meist das Bild eines leistungsstarken, widerstandsfähigen und mental starken Menschen.</p>
<p>Dieses Bild beginnt sich langsam zu wandeln und facettenreicher zu werden – nicht zuletzt auch aufgrund von Sportlern wie Michael Phelps, Lindsey Vonn, Naomi Osaka und Simone Biles und auch zunehmend mehr deutschen Fußballspielern, die mutig über ihre seelischen Belastungen sprechen, sowie der Aufklärungsarbeit von Institutionen wie der Robert-Enke-Stiftung.</p>
<p>Im Leistungssport steht meist das Physische im Vordergrund. Trainer, Physiotherapeuten, Leistungswissenschaftler und Sportmediziner arbeiten daran, die Leistungsfähigkeit des Körpers zu verbessern, ihn gesund zu halten und Erkrankungen zu heilen.<br />
Dementsprechend liegt ein hohes Verständnis für die körperlichen Anforderungen und Belastungen vor. Im Gegensatz dazu ist allerdings das Bewusstsein für die mit dem Leistungssport einhergehenden seelischen Belastungen weniger verbreitet: Beispielsweise die zunehmende Professionalisierung und Medialisierung, sowie Risikosituationen wie Verletzungen, Karriereende oder die Anforderungen an Gewicht und Aussehen.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><em>Dr. Petra Dallmann</em></div>
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				<div class="et_pb_text_inner">Zudem wird immer wieder deutlich, dass viele Sportler aus Unwissenheit oder Angst vor Stigmatisierung und unangenehmen Konsequenzen ihre Probleme eher verdrängen, verheimlichen oder zu spät professionelle Hilfe suchen – teils mit fatalen Folgen.</p>
<p>Athletes in Mind möchte aufklären, unkompliziert unterstützen und bisherige Angebote verknüpfen. Die Webseite soll:</p>
<ul>
<li>eine Informationsquelle zum Thema psychische Gesundheit, psychische Probleme und psychische Erkrankungen darstellen.<br />
Präventionsstrategien vorstellen.</li>
<li>Wege zu Unterstützungsangeboten aufzeigen.</li>
<li>entstigmatisieren und ermutigen durch Erfahrungsberichte von Sportlern, die über ihre schwierigen Lebensphasen und den Umgang damit berichten.</li>
<li>kostenlos und individuell über passende Hilfsangebote informieren und bei Bedarf auch anonym dabei helfen, Kontakt zu Sportpsychiatern und Sportpsychotherapeuten herzustellen.</li>
</ul>
<p>Athletes-in-mind.de wurde von den ehemaligen Leistungssportlerinnen Dr. Petra Dallmann und Dr. Brit Wilsdorf ins Leben gerufen.</div>
			</div>
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<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://sportheilbronn-magazin.de/mentale-gesundheit-druck-im-sport/">Mentale Gesundheit:  Sportler berichten vom Druck im Sport</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://sportheilbronn-magazin.de">sportheilbronn Magazin</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Rasa Fuchs &#8211; Leistungssport mit neuem Herzen</title>
		<link>https://sportheilbronn-magazin.de/rasa-fuchs-leistungssport-mit-neuem-herzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Auchter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 10:11:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 38]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Leichathletik]]></category>
		<category><![CDATA[Para-Sport]]></category>
		<category><![CDATA[SPORTHEILBRONN]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>
		<category><![CDATA[Transplantiertensport]]></category>
		<category><![CDATA[Leichtathletik]]></category>
		<category><![CDATA[Rasa Fuchs]]></category>
		<category><![CDATA[VfB Stuttgart]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportheilbronn-magazin.de/?p=16171</guid>

					<description><![CDATA[<p>https://sportheilbronn-magazin.de</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://sportheilbronn-magazin.de/rasa-fuchs-leistungssport-mit-neuem-herzen/">Rasa Fuchs &#8211; Leistungssport mit neuem Herzen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://sportheilbronn-magazin.de">sportheilbronn Magazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>https://sportheilbronn-magazin.de</p>
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					<h1 class="entry-title">Rasa Fuchs &#8211; Leistungssport mit neuem Herzen</h1>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Wenn <a href="https://www.instagram.com/rasa.fuchs/" target="_blank" rel="noopener">Rasa Fuchs</a> über ihr Herz spricht, dann nicht im übertragenen Sinn – sondern ganz buchstäblich. Die 27-jährige Läuferin aus Flein lebt mit einem transplantierten Herzen. Was für andere eine Grenze wäre, ist für sie zum Antrieb geworden. Nach ihrer Transplantation im Jahr 2021 steht sie wieder auf der Bahn, läuft Mittelstrecke im Trikot des VfB Stuttgart, arbeitet als Ärztin an der Uniklinik Ulm – und kämpft für ein Thema, das ihr buchstäblich das Leben gerettet hat: Organspende. Im Gespräch mit SPORTHEILBRONN spricht Rasa Fuchs über den langen Weg zurück in den Leistungssport, über mentale Stärke, über die Balance zwischen Klinikjob und Training – und darüber, weshalb Organspende für sie kein Tabuthema, sondern eine Frage der Haltung ist. </strong></em></p></div>
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					<div class="et_pb_main_blurb_image"><span class="et_pb_image_wrap et_pb_only_image_mode_wrap"><img loading="lazy" decoding="async" width="1500" height="1500" src="https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/Ralf-1.png" alt="" srcset="https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/Ralf-1.png 1500w, https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/Ralf-1-1280x1280.png 1280w, https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/Ralf-1-980x980.png 980w, https://sportheilbronn-magazin.de/wp-content/uploads/2022/04/Ralf-1-480x480.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1500px, 100vw" class="et-waypoint et_pb_animation_top et_pb_animation_top_tablet et_pb_animation_top_phone wp-image-9324" /></span></div>
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						<h4 class="et_pb_module_header"><span>Autor: <a href="https://sportheilbronn-magazin.de/author/lara/" target="_self">Lara Auchter</a></span></h4>
						
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Rasa Fuchs (rechts) bei der Siegerehrung über 1.500 Meter bei den Transplantierten-Weltspielen 2025 in Dresden. In der Mitte ihre aus Öhringen stammende VfB-Vereinskollegin Bera Wierhake. Foto: WTG2005/YesVideography</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Rasa, wir begleiten den Transplantiertensport schon länger über die Läuferin Bera Wierhake und freuen uns, dass mit dir quasi aus dem Nichts nun eine zweite transplantierte Läuferin aus der Region „aufgetaucht“ ist. Wie Bera startest du für den VfB Stuttgart&#8230;</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Genau. Ich stamme hier aus der Region, bin ursprünglich beim TV Flein zuhause und kam dann über Heinriet, Leingarten und die TSG Heilbronn zum VfB Stuttgart. Bera habe ich erst später kennengelernt. Nach meiner Herztransplantation habe ich gemerkt: Ich will wieder „richtig“ laufen. Über meinen Trainer Jens Boyde bin ich dann zum VfB gekommen. Sportlich finde ich dort genau die Struktur, die ich jetzt brauche – und der „rote Brustring“ des VfB hilft natürlich sehr bei der Sichtbarkeit.</p>
<h4>Bevor wir nach vorn blicken: Wie hat alles angefangen und wie kam es zur Transplantation?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Mit 13 Jahren bin ich in der Läufergruppe voll eingestiegen und habe fünf- bis sechsmal pro Woche trainiert. 2013 wurde bei einer sportärztlichen Untersuchung in der Sportklinik Tübingen ein angeborener Herzfehler entdeckt – ein Zufallsbefund. Auf einmal hieß es, keine Wettkämpfe mehr. Wenn du 15 bist und dich gesund fühlst, trifft dich das hart. Ich bin daraufhin nur noch locker und mit angezogener Handbremse gelaufen. Jahre später, mitten im Studium, hat es mich dann beim Wandern erwischt – erst ein seltsamer Husten, dann ging es mir plötzlich extrem schlecht. Ich kam sofort auf die Transplantationsliste und wurde eine Woche später operiert. Im Rückblick ging alles rasend schnell. Zwei Wochen später fühlte es sich an, als hätte jemand den Motor getauscht.</p>
<h4>Wie war die Rehabilitation – körperlich wie mental?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Körperlich ging das alles erstaunlich schnell. Nach drei Monaten habe ich wieder Liegestütze gemacht und ich bin sicher, dass meine Grundkondition aus den Jugendjahren die Erholung massiv beschleunigt hat. Mental war es eine Achterbahnfahrt. Diese eine Woche auf der Transplantationsliste kam mir vor wie zehn Jahre. Danach habe ich dann vieles anders sortiert: Gesundheit ist die Basis – und wenn sie da ist, koste ich sie aus. </p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Wie fühlt sich Leistungssport mit einem transplantierten Herzen an?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Anders, aber machbar. Das Herz reagiert träger, weil die Steuerung anders läuft. Heißt: Ich starte behutsamer und werde dann schneller. Fortschritte brauchen länger, denn Immunsuppression und Infektanfälligkeit spielen mit. Ich trainiere strukturiert, plane Pausen bewusst, achte auf Hygiene und Ernährung. Es gibt Regeln, z.B. keine rohen Nüsse essen und von Salat im Restaurant lieber die Finger weglassen. Klingt streng, ist aber ein kleiner Preis für diese zweite Chance.</p>
<h4>Welche Disziplinen läufst du – und wo stehst du leistungsmäßig?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Ich laufe die Mittelstrecke, also 800 Meter und auch 1.500 Meter. Die World Transplant Games in Dresden dieses Jahr waren mein Wiedereinstieg und ich holte direkt Silber über 800 Meter, Bronze über 1.500 Meter sowie Team-Silber über fünf Kilometer. Mit meinen Zeiten war ich noch nicht ganz zufrieden und will diese in der nächsten Saison deutlich verbessern. In Dresden waren die Bedingungen aber auch nicht optimal und wir standen beim 800-Meter-Start mit Decken an der Startlinie – von daher kann ich eigentlich zufrieden sein (lacht).</p>
<h4>Was unterscheidet die „Transplantierten-Szene“ vom „normalen“ Leistungssport?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Der Gemeinschaftsgedanke. In Dresden wurden nicht nur die Ersten beklatscht, sondern auch die Letzten, weil jeder seine eigene Geschichte hat und auf deren Basis Höchstleistungen erbringt. Alle kennen dieses „Nichts-geht-mehr“-Gefühl. Die Wettkampf-Woche war pure Lebensfreude und auch die Familien waren sehr präsent. Es ist alles ein bisschen emotionaler als sonst. </p></div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Wie sieht dein Training heute aus?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Mein Training in Stuttgart und in Ulm wird im engen Kontakt mit meinen Trainern immer nach Tagesform und Wettkampfplanung angepasst. Ich muss das Training auch mit meinem Job als Assistenzärztin an der Uniklinik in Ulm vereinbaren können. Wichtig ist Ehrlichkeit zum eigenen Körper. Ein Infekt bedeutet heute konsequent: kein Training.</p>
<h4>Früher wärst du vermutlich auch mit einem Schnupfen gelaufen&#8230;</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Genau. Heute höre ich dagegen auf meinen Körper. Früher hätte ich gesagt, ach, das geht schon. Heute weiß ich, was ich riskiere. Meine Prioritäten haben sich geändert und heute trainiere ich lieber einmal weniger und laufe dafür langfristig besser. Ich teste meine Grenzen immer noch – aber klug. Und ich nehme die Freude sehr bewusst wahr. Wenn es läuft, dann laufe ich, ohne ständig an übermorgen zu denken.</p>
<h4>Du sprichst auch immer wieder öffentlich über Organspende. Warum ist dir das Thema so wichtig?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Weil ich ohne eine Spende heute nicht hier sitzen würde. Jemand hat in einem unglaublich schweren Moment eine Entscheidung getroffen, die mir ein zweites Leben ermöglicht hat. Das verpflichtet mich, darüber zu sprechen. Aber mir geht es nicht darum, jemanden zu bekehren. Ich will nur, dass Menschen sich mit dem Thema beschäftigen – ehrlich und bewusst.</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_50">
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4>Was wünschst du dir von den Menschen konkret?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Eine Entscheidung. Dafür oder dagegen – beides ist völlig in Ordnung. Wichtig ist, dass sie getroffen wird und die Angehörigen Bescheid wissen. Viele denken, der Organspendeausweis reicht, aber das Gespräch in der Familie ist genauso wichtig. Wenn der Tag X kommt, ist es für die Hinterbliebenen eine enorme Entlastung, wenn sie wissen, was du wolltest. In Deutschland wird kaum darüber gesprochen und es herrscht große Zurückhaltung – oft aus Angst, sich mit dem Thema Tod zu befassen. Aber am Ende geht es dabei nicht nur um Tod, sondern auch um Leben.</p>
<h4>Du bist Ärztin, Betroffene und Athletin – das gibt dir eine besondere Perspektive. Was möchtest du vermitteln?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Dass das Leben nach einer Transplantation lebenswert ist. Viele denken, man müsse sein Leben danach einschränken oder ständig Angst haben. Natürlich gibt es Regeln und Risiken, aber ich kann Sport treiben, arbeiten, reisen, lachen – alles. Ich möchte Mut machen, denn Organspende bedeutet nicht Ende, sondern Anfang.</p>
<h4>Was gibst du Eltern von transplantierten Kindern mit?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Bitte die Kinder nicht in Watte packen, sondern ihnen etwas zutrauen, Grenzen gemeinsam austesten und Freiräume lassen. Viele, die in Dresden am Start waren, durften immer alles machen. Dieses Ermöglichen prägt – und trägt.</p>
<h4>Jetzt der Blick nach vorn: Welche Ziele setzt du dir sportlich?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Ich möchte gesund bleiben, im Winter solide trainieren und 2026 die Deutsche Meisterschaft der Transplantierten sowie die Europameisterschaft laufen. Über 800 Meter möchte ich Richtung 2:50 Minuten kommen. In der Region liebäugle ich mit der Fleiner Crosslauf-Serie, und perspektivisch würde ich gern wieder mehr Bahnrennen bestreiten, dort, wo das Feld und die Zeiten für mich Sinn ergeben.</p>
<h4>Welche Rolle spielt dabei dein neuer Verein VfB Stuttgart?</h4>
<p><strong>Rasa Fuchs:</strong> Er gibt mir Sichtbarkeit und macht auch sein Netzwerk zugänglich. Der Verein erreicht Menschen, die sonst nie über Transplantation und Sport nachgedacht hätten. Diese Bühne will ich nutzen, um mehr Reichweite für das Thema Organspende und den Sport mit Spenderorgan zu schaffen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Rasa Fuchs mit ihrer Silbermedaille über 800 Meter. Foto: privat</em></p></div>
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